Musik : Singen mit den Elbkindern

Musikunterricht, der richtig viel Spaß macht: Glöwener Kinder singen mit Rolf Zuckowski
Musikunterricht, der richtig viel Spaß macht: Glöwener Kinder singen mit Rolf Zuckowski

Liedermacher Rolf Zuckowski in der Grundschule in Glöwen

svz.de von
26. September 2015, 08:00 Uhr

„Was ist dein Lieblingslied?“ „Du schaffst das schon“, antwortet Rolf Zuckowski und beginnt zu erzählen: „Mein Sohn ist im Alter von drei Jahren hingefallen, und ich habe ihn gefragt, ob ich ihm helfen soll. Er antwortete: Ich schaff das schon. Den Satz fand ich in dem Moment so toll, dass ich mir bei dem folgenden Spaziergang den kompletten Text ausgedacht habe.“ Bis heute mache dieses Lied vielen Menschen in jedem Alter viel Mut in schwierigen Lebenslagen, sagt der Liedermacher.

Auf seiner Elbkinderland-Tour gestaltete Rolf Zuckowski gestern eine Schulstunde der anderen Art mit knapp 50 Kindern der Grundschule Glöwen. Er singt und erzählt eine Dreiviertelstunde lang mit den Schülern. Und es gibt viel zur reden. Die Steppkes fragen ihn sprichwörtlich Löcher in den Bauch. Geduldig antwortet der 68-Jährige, nimmt sich Zeit, trotz seines eng gestrickten Terminkalenders.

„Ich habe mir eine blaue Gitarre gekauft, weil wenn man an die Elbe fährt, passt die Farbe einfach toll. Zu Weihnachten spiele ich gerne auf einer holzfarbenen, die nicht lackiert ist. Die klingt einfach wärmer“, so erläutert Zuckowski den Kleinen die Wahl seines Instruments. Als der Liedermacher das Lied „Wie schön, dass du geboren bist“ anstimmt, singen die Kinder aus voller Kehle mit, und auch die Lehrer in Glöwen zeigen, dass sie textsicher sind. Zuckowskis Musik verbindet die Generationen.

Blitzschnell schaltet er immer wieder um zwischen Fragerunden und dem gemeinsamen Musizieren, erklärt Zusammenhänge der Geschichten in seinen Liedern, während er sie bereits anstimmt. Das für den Elbkinderland-Verein typische „Elbkinderlied“ können fast alle auswendig, aber die Melodie ist etwas kompliziert. Zuckowski reagiert sofort auf die unterschiedlichen Altersgruppen, arrangiert die Kinder schnell nach ihren Fähigkeiten und teilt allen Aufgaben zu, die für sie zu meistern sind. Seine Körperhaltung ist dabei immer den Kindern zugeneigt.

Auf Einladung von Schulleiter Jörn Atlas trägt sich der Musiker dann noch in das Gästebuch der Schule ein. Das gemeinsame Singen fasst Zuckowski dabei so zusammen: „Es ist eine schöne Gemeinschaft der Kinder, die ich da heute gespürt habe.“ Auch Chorleiterin Antje Lüß freut sich über den Besuch. „Wir haben im Jahr 2000 im Kranhaus in Wittenberge den Verein Elbkinderland gegründet, dessen Vorsitzender Rolf ist“, so Lüß, die mit den Kindern in Glöwen die Lieder einstudiert hat. „Im Verein sind viele Kinderchöre entlang der Elbe von Hamburg bis nach Tschechien verbunden. Im Jahr 2000 hatten wir eine Tour, 2010 gab es nochmal eine größere.“

Am Ende der Stunde singen alle gemeinsam die „Jahresuhr“. „Das Lied ist heikel“, sagt Zuckowski, „weil es vom Prinzip her keinen Schluss hat und immer weiter geht.“ Während er die Kinder zum Weitersingen animiert, muss er auch schon los, gemeinsam mit einer Gruppe von Kindern und der Chorleiterin zur Buga nach Havelberg. Dort singen sie eine Stunde zusammen. Am Ausstellungsort „Blumenherz“ im Dombezirk eröffnet Zuckowski dabei ein Feld mit seinen Lieblingspflanzen: Sonnenblumen.

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