Sängertreff in Bad Wilsnack : Singen fängt von innen an

Beim Chor kreativ wird die Freude am Singen wieder geweckt.
Beim Chor kreativ wird die Freude am Singen wieder geweckt.

Jeder kann singen, sagt Michael Betzner-Brandt und gestaltet in Bad Wilsnack zwei Tage den „Chor kreativ“.

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02. April 2019, 12:00 Uhr

Kein Schiedsrichter, der pfeift, keine Sportler, die Handball oder Fußball spielen, und keine Anfeuerungsrufe kommen aus der Karthanehalle in Bad Wilsnack. Dafür dringt leiser Chorgesang auf die Straße. Der Berliner Gesangspädagoge Michael Betzner-Brandt steht mit einem E-Piano in der Ecke des Versorgungsraumes. Er hat mit seinem Slogan „Jeder kann singen“ knapp 50 Männer und Frauen in die Sporthalle gelockt.

Nach einigen Stimmübungen geht es los. Bereits im ersten einfachen Vers, „I am, I am, I am here“ braucht es keinen langen Anlauf. Der Text ist einfach, die Melodie geht ins Ohr. Schnell stimmen alle ein. „Und jetzt ,you are here’“, sagt Michael Betzner-Brandt. „Und dabei aufeinander zugehen“, gibt er gleich noch „Regieanweisungen“. Der ganze Chor gerät in Bewegung, die Sänger lösen sich, gehen durch den Raum, immer wieder einen anderen Partner ansingend. Spätestens jetzt steht auch den letzten Teilnehmern ein Lächeln im Gesicht.

Unter ihnen ist auch Kantorin Lieselotte Holzäpfel, die den Gospelchor der Kirchengemeinde Bad Wilsnack leitet. Sie ist mit knapp 25 Sängerinnen und Sängern ihre Chores dabei, um den Chorgesang einmal von einer anderen Seite zu erschließen. „Für mich ist es auch eine Weiterbildung“, sagt Lieselotte Holzäpfel. Sie ist begeistert und es macht ihr „dollen Spaß“, diesen ungewöhnlichen Chorgesang zu erleben. „Die Art und Weise, wie er es macht“, ist für sie schon besonders.

Zu den Gospelsängern gehören auch Christa Aschenkampff und Marlies Puttkammer. Beide singen gern. „Egal, wo wir sind, es wird immer gesungen“, so Christa Aschenkampff. Also sind sie hier dabei. Allerdings findet sie Betzner-Brandts Methode „gewöhnungsbedürftig“. Marlies Puttkammer sieht das etwas anders: „Es ist mal etwas Neues“, sagt sie. „Nicht so traditionell, wie wir es kennen.“

Am zweiten Tag des Chorworkshops wird das frühlingshafte Wetter genutzt. „Dabei haben wir den Frühling auf uns Wirken lassen“, sagt Lieselotte Holzäpfel. So erklingen die ersten Lieder vor der Turnhalle und zu dem einen oder anderem Lied wird getanzt. Dann nehmen die Sänger mit Michael Betzner-Brandt die Turnhalle in Beschlag, setzen dort ihr kreatives Chorsingen fort.

Der Musikpädagoge und Chorleiter beweist an diesem Wochenende einmal mehr, dass jeder singen kann. „Das Singen kommt von innen“, sagt er den Teilnehmern. So sollen die Sängerinnen und Sänger auch den Titel „Kommen se rein, können se rausgucken“ verstehen und begreifen.

Am Ende sind auch die anfänglichen Skeptiker überzeugt, hatten viel Spaß und Freude, so die Kantorin. Sie wissen nun, dass es ausreicht, sich in die Natur zu stellen und zu singen, um auf diese Art und Weise wieder Mut und Freude daran zu finden. Lieselotte Holzäpfel selbst hat für ihre Arbeit mit dem Gospelchor ganz viele Anregungen mitgenommen.

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