Simson-Treffen : „Simson ist einfach Kult“

Einmal die Reifen durchdrehen lassen: Diesen Spaß probierten viele Besucher einmal aus.
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Einmal die Reifen durchdrehen lassen: Diesen Spaß probierten viele Besucher einmal aus.

Erstes Treffen in der Prignitz: Mehr als 200 DDR-Mopeds versammelten sich am Samstag auf der Festwiese in Burow

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15. Juni 2015, 08:00 Uhr

Mehr als 200 Mopeds, hergestellt in der DDR: Da staunten Technikfreunde und Oldtimer-Enthusiasten gleichermaßen. Die Festwiese in Burow gleicht am Samstag einem Eldorado für Simson-Fans. Schwalben, Star, Sperber oder Habicht – die gesamte Vogelserie war vertreten, aber auch viele andere Modelle konnte der Kenner beim ersten Prignitzer Simson-Treffen betrachten und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

Organisiert haben das Treffen 20 junge Prignitzer. Darunter ist auch Gordon Möller, 27, aus Neuhausen. „Bei vielen steht heute noch eine Simson zu Hause in der Scheune rum“, sagt Möller. Die Fahrzeuge aus der DDR seien zuverlässiger und spritsparender als die meisten neueren West-Modelle, erzählt er und führt fort: „Simson ist einfach Kult und so kamen wir schon vor längerer Zeit auf die Idee, ein Simson-Treffen hier in der Region zu veranstalten.“

Unter den Organisatoren ist auch Eric Thestorf, 18, aus Neuhausen. „Mit 12 Jahren saß ich schon auf der Simson und mit 16 habe ich dann sofort meinen Moped-Führerschein gemacht“, erinnert er sich. Geschenkt bekommen hatte er seine Simson S83 von seinem Vater, der diese schon früher selbst gefahren hat. Es vergehe kaum ein Tag an dem die Organisatoren nicht mit ihren Mopeds in der Region unterwegs sind oder an ihnen herumgeschraubt wird: „Man hat eigentlich immer Verbesserungsbedarf an seinem Moped. Entweder wird die einfache Technik repariert oder etwas neu lackiert“, sagte Thestorf.

Auch Caroline Goltz, die einzige Frau in der Männergruppe, zählt zum Orga-Team. „Ich habe durch meinen Bruder, der eine Simson fährt, die Gruppe kennengelernt“, sagt sie. Sie selbst fahre kein Moped, aber bei Touren sei sie dann auch immer mit dabei. Der große Zulauf zum ersten Simson-Treffen freut sie sehr: „Wir haben mit so vielen Besuchern gar nicht gerechnet. Das ist einfach toll, dass das so gut angenommen wird.“

Der Simson-Kult zieht nicht nur Besucher aus der gesamten Prignitz, sondern auch aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern nach Burow. So auch Martin Gleschinski, 30, und Jens Winter, 27, aus Ludwigslust. „Schon als Kind haben wir das erste Mal auf so einen Bock gesessen“, erzählt Gleschinski. Die Leidenschaft von Kindesbeinen an ist bei den beiden Männern bis heute geblieben. Auch größere Touren von bis zu 120 Kilometern seien mit den 60 km/h schnellen Fahrzeugen schon mal drin. Aber auch für kleinere Strecken werde nicht lange überlegt, ob man sich die Auto- oder doch eher die Mopedschlüssel schnappt.

Der Spaßfaktor kommt in Burow auch nicht zu kurz: So kann jeder Besucher seine Moped-Reifen nach Lust und Laune auf einer Holzplatte zum Qualmen bringen und schauen, wie lange diese dem Druck standhalten. „Das macht Spaß. Einige haben dafür extra Wechselreifen mitgebracht“, erklärt Mitorganisator Martin Müller, 25.

Und während draußen noch Reifen qualmen und Zweitakter tuckern, ist im Festzelt die Party im Gange, wird getanzt und gemeinsam gefeiert.

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