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Prignitzer Team kocht : Silber im Regionalvergleich

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Holger Stahl kochte mit der Mannschaft Berlin-Brandenburg für die Expo Gast 2014 in Brüssel.

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 12:00 Uhr

„Geschmack kann man sehen.“ An diesen Satz erinnert sich Holger Stahl ganz genau. „Den hat mal ein Jurymitglied auf einem Kochwettbewerb gesagt, und ich bin überzeugt, der Mann hat recht.“

Nimmt man es wörtlich, dann müssen die Gerichte, die Holger Stahl und seine Kollegen von der Regionalmannschaft Berlin-Brandenburg in diesem Jahr auf der Expo Gast, einer Fachmesse für die Gastronomiebranche, der Jury vorgesetzt haben, wirklich himmlisch schmecken. Allein beim Anblick der Bilder, die Stahl von den Gaumenfreuden gemacht hat, läuft dem Kenner das Wasser im Munde zusammen. Kaum vorstellbar, dass es daran etwas auszusetzen gab.

„Dennoch, es ist nur die Silbermedaille im Wettbewerb der Regionalmannschaften geworden“, merkt Stahl, Koch bei der Lebenshilfe und Vorsitzender des Prignitzer Köchevereins, ein wenig unzufrieden an. „Es haben zwei Punkte zur Goldmedaille gefehlt. Unsere Konkurrenten waren einen Tick besser.“

Zwei bis vier Tage haben Stahl und seine Mannschaftskollegen in ihrer Trainingsküche im Reha-Klinikum Bad Belzig verbracht, ihre Speisen vorbereitet. „Da standen wir mitunter von halb neun bis 23.30 Uhr am Herd.“ Anschließend sei es notwendig gewesen, die Produkte für die Messe haltbar zu machen. „Mit einer speziellen Technik, dem Chemisieren, werden die Speisen mit einer Art hauchdünner Aspikschicht überzogen und behalten so für eine gewisse Zeit ihre Frische und ihr Aussehen. Tatsächlich bewertet die Jury die Kreationen der Regionalmannschaften nach ihrer Optik, denn es ist nicht möglich, alles zu verkosten.“

Anders sehe es bei den Nationalmannschaften aus, denn die müssten direkt vor Ort kochen. „Aber es ist auch schon eine Herausforderung, die Sachen in der heimischen Küche zu kochen und dann heil bis zum Ausstellungsort zu transportieren“, sagt Stahl, der schon mehrfach mit der Regionalmannschaft Berlin-Brandenburg im In- und Ausland sein Können gezeigt hat.

Die Ansprüche sind hoch – egal ob sich National- oder Regionalmannschaften Messen. Entsprechend umfangreich das Programm, das Holger Stahl und seine Mitstreiter vorzubereiten hatten: Vier verschiedene Sorten Fingerfood für sechs Personen, eine kalte Schauplatte für acht Personen, drei verschiedene warme Vorspeisen für eine Person, ein gastronomisches Menü für eine Person sowie vier verschiedene Desserts als Einzelportion auf einem Teller angerichtet und eine Platte mit einer Auswahl Süßigkeiten, Pralinen und Petit Fours.

„Wir haben für unseren Wettbewerbsbeitrag Produkte im Wert von bestimmt 5000 Euro verkocht“, sagt Stahl und macht deutlich, dass eine Teilnahme an derartigen Wettbewerben nur mit Sponsorenhilfe zu stemmen sei. „Aus diesem Grund möchte ich mich bei meinem Lieferanten Chefs Culinar bedanken, der mir die Produkte zur Verfügung gestellt hat.“

Bleibt die Frage, warum ein gestandener Koch, der um seine Fähigkeiten weiß, überhaupt die Mühen auf sich nimmt, die mit einer Teilnahme an einem solchen Wettbewerb einher gehen. „Zum einen ist da natürlich der Ehrgeiz. Man möchte wissen, wo man steht mit seiner Kochkunst. Denn das, was hier gekocht wird, darf kein reines Ausstellungsmenü sein, es muss im Restaurantbetrieb funktionieren.“ So würden die Juroren beispielsweise auf Faktoren wie die Servierfähigkeit achten, erklärt Stahl. „Auf der anderen Seite geht es auch um den Austausch mit Kollegen. Denn wir können davon ausgehen, dass nahezu alles schon mal dagewesen ist. Die Herausforderung ist heute vielmehr, etablierte Produkte mit innovativen Techniken, beispielsweise neuen Garverfahren, zuzubereiten. Und gerade auf solchen Messen lässt sich auch für Profis eine Menge lernen.“ 

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