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Der Prignitzer

24. November 2017 | 18:04 Uhr

Siedlungsreste aus später Bronzezeit

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2012 | 10:26 Uhr

Wolfshagen | Am Montagabend diskutierten die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeindevertretung Groß Pankow (Prignitz) unter anderem über den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan für die Biogasanlage, die in Wolfshagen entstehen soll. Und sie geben der Gemeindevertretung die Empfehlung, dem Vorhaben zuzustimmen.

Noch bevor sich Bagger ins Erdreich graben, hinter der Draht- und Metallverarbeitung GmbH an der Straße nach Tacken eine Anlage mit einer Kapazität von drei Megawatt entsteht, die Biogas erzeugen und ins Netz einspeisen soll, haben Archäologen das Terrain untersucht. Davon künden Gräben auf dem Feld. Entdeckt wurden Erdverfärbungen, die auf eine Siedlung an dieser Stelle schließen lassen. Zudem keramische Fundstücke. "Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Siedlung aus der späten Bronzezeit handelt", erklärt Grabungsleiterin Nicola Hensel von der Archäologie Manufaktur GmbH Wustermark, die mit den Arbeiten beauftragt ist. "Der Fundplatz wurde neu entdeckt. Vorher war es lediglich eine so genannte Verdachtsfläche, das heißt ein von Seiten des Archäologischen Landesamtes als mögliche urgeschichtliche Siedlungsfläche klassifiziertes Areal", beschreibt Nicola Hensel.

Insgesamt seien einschließlich der Erdverfärbungen 104 Funde registriert worden. Darunter zwar keine spektakulären Stücke, aber schon einige Keramikfragmente mit Verzierungselementen, wie die Archäologin dem "Prignitzer" berichtet. Derzeit würden die Stücke entsprechend bearbeitet und dann an das Landesamt für Archäologie zur Einlagerung gegeben.

Doch die bisherigen Grabungen dürften nicht die einzige archäologische Aktion auf dem künftigen Bauplatz sein. "Ich denke, auch die Bauarbeiten selbst werden archäologisch begleitet. Dabei, so die Fachfrau, werde die vermutete Ausdehnung des Fundortes in Beziehung zu den für den Bau notwendigen Erdeingriffen gesetzt. Mit anderen Worten, bevor durch Erdarbeiten Teile der Siedlung zerstört werden, gibt es noch einmal archäologische Untersuchungen auf ausgewählten Flächen.

Mit dem Baubeginn rechnen die Investoren im Spätsommer dieses Jahres. Ursprünglich hatten sich fünf Landwirtschaftsbetriebe zu eine Betriebsgemeinschaft zusammen geschlossen, um die Biogasanlage zu errichten, mittlerweile sind fünf weitere hinzu gekommen, wie unsere Redaktion von Bernhard Sellahn, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Wolfshagen, erfährt. Der Grund für die Erweiterung: "Wir fünf hätten es allein nicht geschafft, die für die Anlage notwendigen Substrate zu produzieren. Wir wollen sie aber sicher haben und nicht später auf dem freien Markt einkaufen müssen", macht Sellahn deutlich. Denn die Anlage soll zu großen Teilen mit Biomasse wie Mais beschickt werden, wie Sellahn bereits im August vergangenen Jahres auf einer Einwohnerversammlung in Wolfshagen deutlich gemacht hatte.

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