Prignitz : Siedlungsplatz der Römischen Kaiserzeit entdeckt

Ehrenamtlich Beauftragte Bodendenkmalpfleger des Landkreises informieren sich über Funde

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07. Februar 2019, 10:58 Uhr

Bei der archäologischen Baubegleitung im Windpark Sarnow-Buchholz traten bemerkenswert Funde zu Tage. Bei dieser Grabung wurde ein vorher nicht bekannter Siedlungsplatz der Römischen Kaiserzeit mit zahlreichen Befunden und Funden aufgedeckt. In einem Fachvortrag stellte der Archäologe Torsten Geue diese Ergebnisse vor. Er nutzte dazu das jährliche Treffen der ehrenamtlich Beauftragten Bodendenkmalpfleger des Landkreises Prignitz, informiert Kreissprecher Frank Stubenrauch. Unter den 30 Teilnehmern waren unter anderem auch mehrere Vertreter regionaler Heimatvereine, so zum Beispiel aus Postlin, so Stubenrauch.

Die untere Denkmalschutzhörde informierte die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger in einem Jahresrückblick über die beiden Grabungen der Universität Göttingen vom März und vom September 2018, die auf dem vermutlichen bronzezeitlichen Siedlungsplatz jener Menschen stattfanden, die das Königsgrab von Seddin errichteten.

Weiterhin thematisierten die Fachleute die Ergebnisse der Ausgrabung in den Wickboldschen Tannen bei Seddin, die der Gebietsreferent des Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, Jens May leitete.

Ein anderes wichtiges Thema wurde auf dieser Zusammenkunft laut Stubenrauch mit den Zentralen Archäologischen Orten – Zeitschätze Prignitz (ZAO) behandelt. Es ging zum einen um die Fortschritte und zum anderen um Einzelstandorte.

Für großes Interesse sorgten zwei experimentelle archäologische Projekte, die im letzten Jahr ehrenamtlich Beauftragte Bodendenkmalpfleger realisierten. Das erste Projekt beschäftigte sich mit dem Nachguss eines bronzezeitlichen Schwertes und das zweite mit dem Nachbau einer Grube aus der Steingrubenreihe, die sich in unmittelbarer Nähe am Königsgrab Seddin befindet und dort auch besichtigt werden kann.

Das Arbeitstreffen bot jedem der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger die Möglichkeit, über seine Ergebnisse und die neu entdeckten Fundplätze des letzten Jahres zu berichten. Besprochen wurde unter anderem aber auch der Umgang mit schwierigen Denkmaleigentümern, erklärt Stubenrauch. So würden Auflage zum Schutz von oberirdisch sichtbaren Bodendenkmalen – gemeint ist ein slawischer Ringwall in der nördlichen Prignitz – durch starke erdabtragende Viehbeweidung ignorierten.

Dass das Treffen der Bodendenkmalpfleger in Rosenhagen stattfand, hatte einen besonderen Grund. Vor Ort konnten sich die Teilnehmer über die Untersuchungsergebnisse informieren, die bei der Bergung und Restaurierung der am Ostgiebel der Kirche befindlichen Sarkophag-Bestattung zu Tage traten. Dort ruht der 1727 verstorbenen Hans Casper von Platen. Es ging dabei sowohl um archäologische wie auch um anthropologische Erkenntnisse.



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