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Der Prignitzer

20. November 2017 | 20:11 Uhr

Sie schätzen den Zusammenhalt

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erstellt am 03.Jun.2013 | 10:25 Uhr

Abbendorf | 115 Einwohner sind sie nur. "Ein Festumzug lohnt wirklich nicht", meint Bernd Polte. Stattdessen setzten der Chef vom Organisationsteam und seine Mitstreiter auf viele kleine Höhepunkte anlässlich der Abben dorfer 600-Jahr-Feier am Sonnabend. Die 139 Seiten dicke Ortschronik ist zweifellos ein solcher. Bernd Polte, Eva-Maria und Otto Oestreicher sowie Julia Matelski haben sie akribisch erarbeitet, mit 180 Fotos versehen.

Ob Kaufmannsladen Hitscher, Eisbrecher auf der Elbe, die 1848 erbaute Holländermühle oder das Einschulungsfoto von 1912 mit Lehrer Bartel lassen die Dorfgeschichte lebendig werden. Erzählt wird die Geschichte der Kirche und der Feuerwehr. Erstmals berichtet Günther Herper über seine Kriegsgefangenschaft 1944 bis 1949. Heute ist er mit 87 Jahren der älteste Einwohner.

"Ich bin hier geboren und lebe gerne hier", sagt er. Vor allem schätze er den Zusammenhalt im Dorf. Ja, der sei wirklich gut, bestätigt Anneliese Wegener, die vor 82 Jahren in Abbendorf geboren wurde und noch immer in ihrem Elternhaus lebt. "Aber uns fehlen die Einkaufsmöglichkeiten. Nur der Bäckerwagen kommt noch", schimpft die Rentnerin. Besonders schmerzhaft vermissen sie den Landhandel Gall, der bis Ende letzten Jahres regelmäßig durch Abbendorf rollte.

Gleich hinter ihrer Sitzbank steht das Kuchenzelt. Der Name ist Programm. Die Kirchturmuhr zeigt noch nicht einmal 12 Uhr an, da stehen bereits rund 80 Torten und gefüllte Kuchenbleche eng beieinander. Fast im Minutentakt nehmen Gitta Meiner und Julia Matelski weitere Kuchen entgegen. 91 sollen es werden. Die Gäste dürfen nach Herzenslust schlemmen. "Schmecken wird es ganz bestimmt. Gerade unter den älteren Frauen sind wahre Könner", verspricht Gitta Meiner.

Bernd Polte kommt nicht dazu, sich ein Tortenstück zu nehmen. Dort muss er eine Frage beantworten, im Zelt nach der Blaskapelle sehen und die Presse will ihn auch noch sprechen. Monatelang hat er dieses Wochenende vorbereitet und schon der Auftakt am Freitagabend sei ein Erfolg geworden. Landrat Hans Lange sei zusammen mit 160 weiteren Gästen gekommen.

Von den 150 Ortschroniken wurden auf Anhieb 110 verkauft. Auch die fünf Postkarten mit historischen Ansichten und Aufnahmen aus der Gegenwart sind heiß begehrt. Von den 500 gedruckten Exemplaren wurden 200 auf Anhieb verkauft, sagt Bernd Polte.

In der Kirche enthüllten sie drei Tafeln, die die Geschichte des um 1400 errichteten Gotteshauses erzählen und an den Wiederaufbau ab 1999 erinnern. Neues Schmuckstück in der Ortsmitte ist seit Sonnabend ein Gedenkstein. Baldur Liese hatte unter seinem Schweinestall den Fundamentstein aus Granit gefunden und zur Verfügung gestellt. Ein Steinmetz arbeitete diesen auf. "Am Morgen haben wir ihn enthüllt", erzählt Bernd Polte. Im Laufe des Tages kommt noch die Bad Wilsnacker Feuerwehr, um eine Einsatzübung zu demonstrieren. Kinder können spielen oder die großen Strohpuppen in den Vorgärten bewundern. Die weiteste Anreise hatte die Partnerwehr Vesbeck aus der Nähe von Hannover und Vertreter der Kirchengemeinde Brochterbeck aus Nordrhein-Westfalen, die maßgeblich den Wiederaufbau der Abbendorfer Kirche unterstützte.

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