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Brückenfest in Klein Warnow : „Sie müssen Maut bezahlen“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Klein Warnower feierten die zehnjährige Verkehrsfreigabe der Bahnlinienüberquerung. Sie hatten sich seinerzeit dafür vehement stark gemacht.

Die Autofahrer, die am frühen Dienstagabend die Straße von Klein Warnow in Richtung Reckenzin fuhren, schauten etwas verdutzt. Kurz vor der Bahnlinienüberführung standen rund 20 Leute. Gudrun Ahlisch vom Bürgerverein Klein Warnow mit einem Klingelbeutel „bewaffnet“ hielt die Autofahrer an. „Sie müssen Maut bezahlen.“ Alles nur ein Scherz. Aber so kamen etwas über 40 Euro für die Vereinskasse zusammen. Diese Versammlung der Klein Warnower hatte allerdings sowohl einen ernsthaften als auch rührigen Hintergrund. Sie feierten dort mit einem riesigen Plakat und einem kleinen Imbiss die zehnjährige Verkehrsfreigabe der Eisenbahnbrücke. Am 24. Juni 2004 war es nach gut eineinhalbjähriger Bauzeit sowie langem Hin und Her soweit. Denn die Klein Warnower kämpften seinerzeit für eine für sie annehmbare Lösung.

„Aufgrund der Ertüchtigung der Bahn von 160 km/h auf 230 km/h musste unser bestehender Bahnübergang geschlossen werden. So kamen fünf Varianten der Planer auf den Tisch. Wir wollten aber keine Teilung unseres Dorfes und auch keine Umgehung so wie es in Reckenzin geschehen ist“, erinnert sich der Bürgervereinsvorsitzende Jürgen Randau. „In einer Versammlung haben wir uns richtig gefetzt. Aber die Bahn lenkte schnell ein und bei einer Ortsbegehung war sie dann auch überzeugt.“ Alle sind sich einig: Man sei ja ein kleines Dorf mit nur 76 Einwohnern, aber die Brücke sei so wichtig. Und so bekamen die Klein Warnower die Bahnüberquerung nach ihren Wünschen nur mit einem kleinen Manko: „Wir haben die Bautätigkeiten nicht kontrolliert. So fehlte am Ende der versprochene einseitige Gehweg. Aber wir sind trotzdem zufrieden. Das möchten wir mit dem kleinen Fest auch mal zum Ausdruck bringen“, so Randau, der natürlich einen Bahnvertreter eingeladen hatte. „So oft bekommen wir eine solche Einladung nicht. Das wird sich bis Berlin herumsprechen“, bekannte schmunzelnd Wilfried Heiden, der bei DB Netze als Abschnittsleiter für den Bereich von Schwanheide (MV) bis nach Nauen zuständig ist. Dieses Beispiel macht deutlich, dass man bei der „Planung von Verkehrswegen die Bürger und Kommunen mit ins Boot nehmen muss, dann bekommt man auch eine Akzeptanz“, so Jürgen Randau. Beim Grillen in der Tenne ließ der Verein das Fest ausklingen.

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erstellt am 25.Jun.2014 | 22:00 Uhr

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