Diamantene Hochzeit : Sie fanden ihre Liebe am Tresen

Das Jubelpaar vor der Tür zum Gasthof, den es fast drei Jahrzehnte führte.
Foto:
Das Jubelpaar vor der Tür zum Gasthof, den es fast drei Jahrzehnte führte.

Bernheider Gastwirte-Paar Annegret und Herbert Wulf feiert Diamantene Hochzeit. Gasthof wird in vierter Generation fortgeführt

von
24. September 2017, 22:00 Uhr

Viele, sehr viele Jahre haben Annegret und Herbert Wulf sich als Wirtsleute im Bernheider Gasthof „Unter den Linden“ um ihre Gäste gekümmert. Am Sonnabend wurde dort für sie und ihre vielen Gäste gedeckt. Das Paar feierte seine Diamantene Hochzeit – in dem Gasthof, der jetzt in vierter Generation in der Familie ist, wie Annegret Wulf nicht ohne Stolz sagt. Tochter Kerstin hat mit ihrem Ehemann Manfred Düsing den Hof 1996 übernommen.

Anfang 1958 hatten die damals seit wenigen Monaten Vermählten Annegret und Herbert die Verantwortung für den Gasthof übernommen, den Annegret und ihre Mutter bis dahin nach dem Tot des Vaters gemeinsam bewirtschaftet hatten.

Herbert Wulf stammt aus dem Mecklenburgischen, aus der Nähe von Wittenburg. „1956/57 wurde hier in der Gegend nach Öl gebohrt“, erinnern sich die Jubilare. Bodenschätze wurden nicht gefunden. Aber die Prignitzerin und der Mecklenburger fanden sich und die Liebe, die seit 60 Jahren hält. Herbert Wulf war als Koch bei der Bohrtruppe. Natürlich gingen die Fremden auch mal in die Kneipe. „Wir haben uns sozusagen über den Tresen kennengelernt“, sagen die beiden schmunzelnd.

Rund drei Jahrzehnte haben Wulfs das Traditionshaus „Unter den Linden“ geführt. Sie haben eine Landwirtschaft gehabt, den Gasthof bewirtschaftet und sich natürlich liebevoll um Sohn und Tochter gekümmert. „Mit Optimismus und Elan habt ihr alle Herausforderungen gemeistert“, bedankte sich die Familie, zu der mittlerweile auch drei Enkelkinder gehören, beim Jubelpaar.

Wenn Annegret und Herbert Wulf sich an ihre Zeit als Gastwirtspaar in Bernheide erinnern, dann spielt natürlich auch immer die viele Arbeit eine Rolle, die man als Familie hatte. Aber das war natürlich nur eine Seite. Denn der Gasthof war und ist ein Mittelpunkt des Dorfes. „Früher, als im Gadower Schloss noch das Kurheim war, sind die Leute häufig nachmittags zu uns ’raus zum Kaffee trinken gekommen. Und so mancher, der anfangs noch allein war, kam später dann in Begleitung“, erzählt der Paar schmunzelnd.

Mit dem Lauf der Jahre, vor allem nach der Wende, haben sich Schwerpunkte verschoben. Der Stammtisch dominierte weniger. Dafür wurden und werden mehr Feiern ausgerichtet, ein weit über die Grenzen von Bernheide geschätzter Partyservice kam hinzu. Als Tochter und Schwiegersohn den altehrwürdigen Gasthof übernahmen, bauten sie noch einmal um, modernisierten. Hinzu kamen auch Übernachtungszimmer, besonders bei Feiergesellschaften nachgefragt.

„Wir vereinen Tradition und Moderne“, sagt Kerstin Düsing. Und dazu gehört dann auch, dass Herbert Wulf nach wie vor in der Gaststättenküche steht, wenn Hochzeitssuppe zu kochen ist. Auch die für die Diamantene Hochzeit hat er selbst gekocht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen