Hochwasserschutz in Wittenberge : Sicherheit am Lindendeich wächst

Gut zu sehen sind neu verlegten Steine am Deichfuß. Das Sickerwasser wird jetzt unterirdisch abgeleitet, erklären die Baufachleute den anwesenden Politikern, unter ihnen Umweltminister Jörg Vogelsänger (M.).
Gut zu sehen sind neu verlegten Steine am Deichfuß. Das Sickerwasser wird jetzt unterirdisch abgeleitet, erklären die Baufachleute den anwesenden Politikern, unter ihnen Umweltminister Jörg Vogelsänger (M.).

Deichfuß auf 700 Meter erneuert. Weitere Baumaßnahmen im Stadtgebiet sollen folgen. Schwachstellen noch bei Bälow und Hinzdorf.

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01. August 2019, 05:00 Uhr

Abgeschlossene Arbeiten am Deichfuß, eine Erneuerung der Straße und das kontrollierte unterirdische Ableiten des Sickerwassers machen das Wohnen am Lindendeich in Wittenberge sicherer. Zeitnah müsse jetzt noch der Deich erhöht werden, um eine der letzten großen Gefahrenstellen im Stadtgebiet endgültig zu entschärfen, hieß es bei der Übergabe am Mittwoch.

71 Zentimeter zeigt der Wittenberger Elbpegel an. Kein Vergleich mit dem Rekord von 7,85 Meter beim Hochwasser im Juni 2013. „Heute müssen wir den Fluss fast suchen“, meint Landrat Torsten Uhe. Er spart nicht mit Lob an die Landesregierung. Nur zwei Monate nach dem Hochwasser hat es ein erstes Arbeitstreffen gegeben, um die drängendsten Maßnahmen abzustimmen. Seitdem ist viel geschehen für den Hochwasserschutz in und um Wittenberge: eine neue Landesstraße 11 bei Breese, Spundwand an der Elbpromenade, Sanierung Rehwischdeich, Schutzwall am Bahnwerk und im Industriegebiet Süd.

Bleibt der Wunsch nach einem zügigen Abschluss der letzten anstehenden Baumaßnahmen. „In Hinzdorf und am Ringdeich in Bälow haben wir noch zwei Schwachstellen. Dann wären wir durch“, sagt Uhe.

Umweltminister Jörg Vogelsänger nickt zustimmend, signalisiert Bereitschaft, in hohem Tempo die ausstehenden Maßnahmen voran zu treiben. „Dies ist heute mein elfter Termin in Wittenberge und Umgebung. „Ich denke für den Hochwasserschutz waren dies die erfolgreichsten fünf Jahre einer Landesregierung“, so Vogelsänger.

Der Lindendeich sei ein Beispiel dafür. Mit einer Länge von nur 700 Metern und einem Volumen von 1,2 Millionen Euro sei es vergleichsweise eine kleine Baumaßnahme. In nur neun Monaten wurde sie umgesetzt. Mit Eggers Umwelttechnik habe man eine verlässliche regionale Firma als Partner an der Seite gehabt. „Bei vier Hochwassern musste dieser Bereich aufwendig verteidigt werden. Das zeigt die Notwendigkeit für den Bau“, so Vogelsänger.

Mittelfristig muss der Deich an dieser Stelle erhöht werden. Er ist zu niedrig. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Die Planungen dafür laufen. „Die Ansprüche sind hoch, da wir uns noch im Stadtgebiet bewegen. Eine Spundwand sei ratsam“, sagt Bernd Lindow, als Leiter der unteren Wasserbehörde. Der jetzt erneuerte Deichfuß bleibe davon unberührt.

Bürgermeister Oliver Hermann lobt ebenfalls die schnelle Realisierung der Maßnahme und schließt sich dem Wunsch des Landrates an: „Wir müssen die begonnenen Baumaßnahmen zügig zu Ende bringen.“ Das betreffe zunächst die Elbstraße in der Altstadt, Baubeginn soll im Herbst sein. Aber auch hier am Lindendeich sollte es aus seiner Sicht zügig weiter voran gehen, um die Stadt nach heutigen Maßstäben sicher vor einem Hochwasser zu schützen. Nur ein durchgängiger Schutz sei effektiv. Hingegen könne eine einzige Schwachstelle im Ernstfall alle anderen Erfolge zu Nichte machen.

Anwohner Peter Janz spricht bei der Übergabe noch einen anderen Aspekt an: „Die Gräben hinter den Grundstücken müssen gepflegt und frei gehalten werden. Nur dann kann das dorthin abgeleitete Sickerwasser wirklich abfließen.“ Vertreter von Stadt und Landesumweltamt wollen sich das anschauen.

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