Sich der Welt von heute stellen

Gestalter des 17. Perleberger Heftes: Bertram Pricelius, Verena Mittermaier, Martina Hennies und Sacha Sommershof.
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Gestalter des 17. Perleberger Heftes: Bertram Pricelius, Verena Mittermaier, Martina Hennies und Sacha Sommershof.

17. Perleberger Heft: Begleitpublikation zum diesjährigen Kulturlandthema „Wort & Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg“

svz.de von
15. Mai 2017, 10:11 Uhr

An Martin Luther kommt in diesem Jahr keiner vorbei. Auch die Perleberger Hefte nehmen sich dieses Themas an. „Als Stadt mit historischem Stadtkern beteiligen wir uns immer wieder an den jährlichen Kulturlandthemen“, so Kulturwissenschaftlerin Martina Hennies, die seit 2015 für die Herausgabe der Perleberger Hefte verantwortlich zeichnet. „In diesem Jahr heißt das Thema ,Wort & Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg’“, so Hennies. Kein Wunder, wenn die 17. Ausgabe der Perleberger Hefte unter dem Titel „Religionen - Reformation - Räume. Luther verändert Perleberg“ steht. Gemeinsam mit den Theologen Sacha Sommershof und Verena Mittermaier (evangelische Kirche) sowie Bertram Pricelius (katholische Kirche), die in dieser Ausgabe mit Beiträgen vertreten sind, stellte sie jetzt ihre jüngste Publikation vor.

Der Leser erfährt, dass im Jahre 1839 in Perleberg das 300. Jubiläum der Reformation begangen wurde, denn erst 1539 wurde die Reformation in der Rolandstadt eingeführt. Marina Hennies geht bei ihrer Betrachtung auf verschiedene historische Ereignisse der Stadtentwicklung ein, wobei auch Persönlichkeiten wie Pfarrer Gottfried Arnold eine Rolle spielen.

Für Dekan Bertram Pricelius ist das Reformationsjubiläum durchaus kein Jubiläum. „Ich kann nicht jubeln. Es ist ein Reformationsgedenken.“ Und so spricht er auch davon, dass erst 1850 der Katholizismus wieder in Perleberg Einzug hielt. Durch die Garnison kamen Katholiken aus dem westfälischen Gebiet hierher. Ab 1890 besaß die katholische Kirche ein Grundstück mit Gebäuden drauf. Vorher wechselte der Ort, an dem die Gottesdienste stattfanden. „Erst durch die Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges wuchs die Gemeinde auf 2000 Mitglieder“, berichtet Pricelius. In der Gegenwart sei ihm wichtig, dass in der Stadt Perleberg die Ökumene gelebt werde.

Auch Pfarrerin Verena Mittermaier ist sehr für das ökumenische Miteinander. Gemeinsame Gottesdienste, die ökumenische Bibelwoche und das gemeinsame Feiern von Sankt Martin und dem Nikolausfest seien dabei nur einige Beispiele. Für die Theologin ist ein Zitat, das sie in einer Broschüre über Frauen am Lutherweg fand, eine wichtige Grundlage: „Reformation ist selber lesen – selber denken – sich ein eigenes Urteil bilden.“

In einem sind sich alle Theologen einig: Für das Hier und Heute sei es wichtig, sich der Welt von heute zu stellen. So leisten sie nicht zuletzt durch die Ökumene einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben in der Kreisstadt.

Superintendentin Eva-Maria Menard hat beim Lesen des 17. Perleberger Heftes viel über die Stadt gelernt. „Ich freue mich, dass die Stadtverwaltung hier so aktiv ist, gestaltet und Impulse gibt.“

Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben erneut vom Bürgerverein Perleberg. 300 Exemplare wurden gedruckt und sind in der Stadtinformation, Großer Markt 12, und in der Buchhandlung am Schuhmarkt erhältlich.

„Bis zum Reformationstag am 31. Oktober gibt es in Perleberg zahlreiche Veranstaltungen zu den Themen Luther sowie zur Reformation“, so Martina Hennies abschließend.

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