Neustart im Bahnhof : Shoppen und Wohnen im Bahnhof

Ins Bahnhofsgebäude der Rolandstadt soll wieder Leben einziehen.
Ins Bahnhofsgebäude der Rolandstadt soll wieder Leben einziehen.

Investor stellt sein Konzept vor. In einem Bahnshop könnte es auch wieder Fahrkarten geben.

svz.de von
09. Mai 2017, 10:59 Uhr

„Der Bahnhof Perleberg soll als Tor zur Stadt wieder entwickelt und zu einem lebhaften Standort mit touristischer und kultureller Nutzung ausgebaut werden“, so heißt es einleitend im Konzept des Investors für das Perleberger Bahnhofsgebäude, das dem „Prignitzer“ vorliegt. Wie berichtet war das Objekt im März verkauft worden. Wer in den letzten Tagen am Bahnhof war, der konnte sehen, dass es erste Aktivitäten gibt: Bauarbeiter entrümpeln das Gebäude.

Das Konzept gibt einen ersten Überblick über die Nutzung, die hier vorgesehen ist. So sollen wie früher im ersten und zweiten Obergeschoss Wohnungen entstehen. Das Erdgeschoss soll als Gewerbefläche genutzt werden. Geplant ist, in der ehemaligen Mitropa-Gaststätte ein Möbel-Atelier einzurichten, das sich auf die Aufarbeitung und den Neubau von Schweizer Designklassikern spezialisiert hat. Parallel dazu ist geplant, eine Galerie mit zeitgenössischer Kunst einzurichten. Auch für andere Nutzungen ist der Investor offen.

Darüber hinaus stellt er sich im Bahnhof ein Café oder Bistro vor. „Besucher der Stadt und Berufspendler haben dann endlich wieder eine Möglichkeit zur Einkehr. In der warmen Jahreszeit können die Gäste auf einer großen Sommerterrasse das Geschehen am und auf dem Bahnhof verfolgen“, so die Vorstellungen des Investors, der seinen Namen noch nicht öffentlich nennen möchte. Ein Mieter oder Pächter soll das Objekt betreiben.

Die ehemalige Schalterhalle nebst Gepäckaufbewahrung könnte eine Nutzung als Shop erfahren, wo neben Fahrkarten und Reiseartikeln auch Souvenirs, Postkarten, Stadt- und Reiseliteratur sowie Zeitungen verkauft werden. Alternativ wäre eine Büronutzung denkbar.

Für die touristische Nutzung ist eine kleine Ferienwohnung im Mittelhaus des Bahnhofes in der zweiten Etage vorgesehen.

„Der Umbau soll so erfolgen, dass das Gebäude seinem Status als Denkmal gerecht werden kann und gleichzeitig ein modernes Leben und Wohnen gestattet“, so der Investor. Die Wohnungen erhalten moderne Gasheizungen und Duschbäder. Wo es möglich ist, sollen die alten Dielen erhalten und aufgearbeitet werden. Historische Elemente wie Türen und Treppen sollen fachmännisch wieder hergestellt werden, um möglichst wenig Eingriffe in das Gebäude vorzunehmen.

Inzwischen gab es ein erstes Gespräch mit Bürgermeisterin Annett Jura, der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz und dem TGZ.

Bürgermeisterin Annett Jura findet es wunderbar, „dass sich ein Investor gefunden hat, der Leidenschaft für das Gebäude entwickelt hat“. Auch die geplante Mischung von Wohnung und geschäftlicher Nutzung trifft auf ihre Zustimmung. „Der Bahnhof ist ein markanter Ort. Wer in die Stadt kommt, stößt zuerst auf dieses Gebäude“, so die Bürgermeisterin. Sie hat dem Investor ihre Unterstützung zugesagt, wo Hilfe benötigt wird. An erste Stelle sieht sie die Aufgabe der Stadt als Moderator aufzutreten, insbesondere wenn es um die Finanzierung gehe.

Zum Tag des offenen Denkmals, am 10. September, soll das Gebäude öffentlich zugänglich werden, um interessierten Bürgern bzw. Mitinteressenten das Haus und die Wohnungen zu präsentieren. Weitere Gespräche mit dem Denkmalschutz und der Wirtschaftsförderung seien geplant.

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