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Der Prignitzer

18. Oktober 2017 | 02:26 Uhr

Senioren öfter in Unfälle verwickelt

vom

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 07:43 Uhr

Potsdam | Die Zahl der hochbetagten Autobesitzer ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig sind immer mehr Senioren in Unfälle verwickelt, wie aus einer Erhebung des ADAC und des Prüfkonzerns Dekra hervorgeht.

"Diese Entwicklung gibt Anlass zur Sorge", sagte der regionale Dekra-Niederlassungsleiter Mario Schwarz in Berlin. So habe sich in Brandenburg die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Senioren seit dem Jahr 1995 um rund 65 Prozent erhöht, in Berlin um 57 Prozent. Dennoch sei ihr Anteil an Unfällen im Verhältnis zum Anteil an der Gesamtbevölkerung noch "unterproportional". Nach Angaben des ADAC stieg die Zahl der über 75-Jährigen mit eigenem Auto in Brandenburg in den vergangenen drei Jahren um 38 Prozent sowie in Berlin um 35 Prozent. "Damit ist die Automobilisierung der Senioren heute so stark wie noch nie", sagt der Vorstand des ADAC Berlin-Brandenburg, Volker Krane.

Eine weitere vom Automobilclub vorgestellte Statistik belegt zudem, dass ältere Menschen bezogen auf ihre Fahrkilometer überdurchschnittlich viele Unfälle verursachen. Einen ähnlichen Trend konstatiert die Polizei: So stieg in Brandenburg der Anteil von Senioren unter den Unfallverursachern von rund acht Prozent im Jahr 2005 auf 12 Prozent im vergangenen Jahr. Krane führt dies auf ein bestimmtes Fahrprofil zurück. Senioren seien häufiger in Städten unterwegs, wo die Unfallhäufigkeit im Vergleich zu Autobahnen deutlich höher sei. Somit gibt es aus Sicht des ADAC keinen Grund, sie als Risikogruppe auf den Straßen darzustellen. Gesetzlich vorgeschriebene Fahrer-Checks lehnt Krane ab, da sie aus seiner Sicht die Verkehrssicherheit nicht verbessern. Auch das Bundesverkehrsministerium hat sich bislang gegen entsprechende Forderungen gestellt.

"Wir setzen klar auf freiwillige Schulungen und Eigenverantwortung", sagte der ADAC-Vorstand. Gerade Senioren seien auf das Auto angewiesen und. "Ihnen den Führerschein abzunehmen, wäre völlig unverhältnismäßig." Gleichsam warnt auch das Bundesverkehrsministerium vor einer Diskriminierung. Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit sei nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand, sagt ein Sprecher. Die Gewerkschaft der Polizei betont, dass nach wie vor junge Autofahrer die meisten Unfälle verursachen.

"Ein gezieltes Training hilft Senioren, ihre altersbedingten Einschränkungen besser auszugleichen", so Krane weiter. Rund 8100 Teilnehmer hatten im vergangenen Jahre entsprechende Kurs des ADAC besucht. Nach Auffassung der Dekra, die ebenfalls Mobilitätschecks anbietet, ist hierbei noch viel Überzeugungsarbeit notwendig. "Es gibt nach wie vor eine gewisse Angst, dass schlechte Ergebnisse dort zu Sanktionen führen", erklärte Niederlassungsleiter Schwarz. Dies sei nicht der Fall. Assistenzsysteme in den Autos helfen zwar der älteren Generation - allerdings gibt es dafür Grenzen. "Viele Senioren sind schon heute überfordert mit der Bedienung ihrer Wagen", so der Experte.

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