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Aktionstag : Senioren am Steuer: Risiko kennen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Polizei veranstaltet erstmalig im Land Aktionstag für „Generation 65plus im Straßenverkehr“und bietet kostenlose Seh- und Hörtest in Perleberg.

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Alle 52 Minuten verursachte ein Mensch älter als 65 Jahre im vergangenen Jahr im Land Brandenburg einen Verkehrsunfall. Mehr als ein Fünftel (14 306) der fast 81 000 Crashs ging auf das Konto eines Senioren. Und: Von den im letzten Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen 170 Personen waren allein 52 Menschen der Generation 65plus.

Ältere Verkehrsteilnehmer sind immer häufiger ein Risiko für sich und andere Autofahrer. Deswegen hat die Landespolizei gestern zum ersten Mal in ganz Brandenburg einen Aktionstag für Senioren im Straßenverkehr ins Leben gerufen.

Statt nur den Zeigefinger zu heben und die Älteren zu bevormunden, wolle man sensibilisieren. „Wir wollen erreichen, dass jeder ehrlich zu sich selbst ist: Kann ich schnell, genug reagieren und bremsen? Bin ich körperlich noch in der Lage und kann entsprechend gut sehen und hören?“, erklärt Hartmut Unglaub, stellvertretender Vorsitzender der Verkehrswacht Prignitz. Zusammen mit der Polizeiinspektion Prignitz organisierten sie dafür gestern zahlreiche Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit der Senioren zu gewinnen. Kostenlose Seh- und Hörtests sowie praktische Übungen zur ersten Hilfe und Wiederbelebung konnten von Alt und Jung genutzt werden.

Hartmut Unglaub, der selbst Teil der Generation 65plus ist, lässt es sich dabei nicht nehmen, aktiv Rettungsmaßnahmen zu verdeutlichen. Kurzerhand setzte er sich in den Rettungssimulator, der sich einmal um 360 Grad drehen lässt.

Noch während er erklärt, dass jeder zur ersten Hilfe verpflichtet sei, stellt sich das quietschgelbe Mobil auf den Kopf. „Ganz genau fünf Minuten hält man so aus, bevor man sich selbst nicht mehr helfen kann“, erzählt er. Weil Eigen-und Fremdhilfe nicht nur Aufgabe der jüngeren Menschen sind, demonstriert Unglaub sie auch vor seinen Altersgenossen. „30 Prozent der Unfallfolgen sind auf die falsche Bergung zurückzuführen“, sagt er, während er kopfüber vorsichtig den Gurt löst, sich in das Fahrzeug-Innere rollt und schließlich langsam aus dem umgebauten Vehikel kriecht.

„Niemand gibt gern Schwächen zu, doch seine Grenzen sollte man kennen“, erklärt Ingolf Niester, Leiter der Verkehrspolizei im Land Brandenburg. Daher habe man sich entschieden, mit Partnern wie den Freiwilligen Feuerwehren, Optikern oder Verkehrswachten überall im Land direkt an die Älteren heranzutreten und das Gespräch zu suchen. „Perleberg ist dafür besonders geeignet, weil sich hier die Situation des gesamten Landes besonders spiegelt“, so Niester weiter.

Einerseits wird die gesamte Bundesrepublik immer älter. „Aber andererseits bleiben wir auch im hohen Alter immer länger fit“, ergänzt Polizeihauptkommissarin Ellen Lugert ihren Kollegen. Neben regelmäßigen Gesundheitschecks, sollten Ältere auch auf Hinweise aus der Verwandtschaft hören, rät die Leiterin der Präventionsabteilung der Landespolizei.

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