Wittenberge : Selber mal zum Prüfer werden

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Die neue Sonderschau im Stadtmuseum Wittenberge lädt Besucher zum Mitmachen ein.

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22. Januar 2019, 05:00 Uhr

Fehler in einer Schweißnaht finden; mit einem Endoskop in einer Sauerstoffflasche nach einem unbekannten Gegenstand fahnden: Das machen zwei von vier Mitmach-Stationen in der neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum Alte Burg möglich. „Wir wollten auf keinen Fall eine Schau, in der die Besucher nur vor Texten, Bildern und Geräten stehen, wenn auch das interessant sein kann“, sagt Klaus Lange. Die Sonderschau befasst sich mit „95 Jahren eisenbahnspezifische Werkstoffprüfung und Ausbildung in Wittenberge“.

Klaus Lange hat von 1992 bis 1998 diese Schule für Schweiß- und Prüftechnik bei der Deutschen Bahn in Wittenberge geleitet. Jetzt gehört er der überregional agierenden Arbeitsgemeinschaft zur Geschichte der Schweißtechnik an. 75 Jahre stand die Werkstoffprüfung mit der Ausbildung von Prüfern hier in Wittenberge in Verantwortung der Bahn. Seit 20 Jahren unterhält die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) in der Elbestadt beim Bahnhof ein hochmodernes Ausbildungszentrum.

DGZfP und die Arbeitsgemeinschaft zur Geschichte der Schweißtechnik haben die Ausstellung gemeinsam mit dem Museum ermöglicht und sich etwas Besonderes für die Besucher ausgedacht, wie beispielsweise das Exponat mit einer Schweißnaht. Für den Laien sieht die Naht okay aus. „Begucken sich die Besucher aber den Röntgenfilm, mit dem die Naht geprüft wurde, erkennen sie Fehler“, erklärt Lange.

Im Laufe der Jahre habe die Ultraschallprüfung das Röntgen weitestgehend abgelöst, sagt Lange. Die DGZfP will, wenn dafür Interesse besteht, auch dieses Verfahren im Museum demonstrieren. Die Interessierten müssen sich zuvor anmelden, weil das Gerät aus dem Ausbildungszentrum, wo es für den laufenden Betrieb benötigt wird, herbeigeschafft wird.

Apropos demonstrieren: In der Ausstellung läuft permanent ein Video zur Röntgen- und zur Ultraschallprüfung, „damit die Leute das Prinzip gut erfassen können“, so Lange.

Praktisch wird es dann für die Ausstellungsbesucher, wenn sie selber mit einem Endoskop auf Suche nach einem in einer kleinen Sauerstoffflasche verborgenen Gegenstand gehen können. „Ja, auch das ist zerstörungsfreies Prüfen“, sagt Lange.

Und noch ein Mitmach-Angebot haben sich die Ausstellungsmacher ausgedacht: Wer Lust hat, kann sich an einem Quiz mit sechs Fragen versuchen, sämtlichst bezogen auf die Exposition. Als Anerkennung für richtige Antworten gibt es einen Magnetbutton – natürlich zum zerstörungsfreien Prüfen.

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