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Sammelleidenschaft in Nebelin : Seit 30 Jahren Herr über Biergläser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Siegfried Pump hat mittlerweile an die 2500 Stück in verschiedenen Größen in den Regalen stehen.

Wenn Siegfried Pump wollte, könnte er in seinem Haus in Nebelin eine ganze Menge Gäste zu einem Glas Bier einladen. Für 2521 Leute hätte der 65-Jährige ein Bierglas – ob Molle, Tulpe, Humpen, Seidel oder ähnliches – in verschiedenen Größen parat. „Es wird aus keinem Glas getrunken. Das sind Sammelstücke. Wie bei Gemälden ist nur Anschauen erlaubt“, betont Pump im Gespräch mit dem „Prignitzer“.

Seit über 30 Jahren sammelt der Nebeliner leidenschaftlich Brauerei-, Fußball- und Wappengläser sowie solche Traditionstrinkgefäße anderer Sportarten. „Aus der ersten Fußballbundesliga fehlt mir nur Darmstadt. Sonst habe ich von jedem Verein wenigstens ein Glas“, sagt Pump. Unter anderem ein Gefäß, womit sich die Spieler von Borussia Dortmund 2012 nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft begossen. „Ich schaue dann im Fernsehen genau hin, welche Brauerei auf den Gläsern steht und nehme Kontakt auf. In diesem Fall hat der Verein mir den Kontakt vermittelt. Da es eine Sondergröße war und zu wenige Gläser gab, musste ich mich gedulden, bis diese im Internet verkauft wurden“, erinnert er sich. 80 Euro habe er bezahlt. Ein teures Hobby, „das aber hübsch anzusehen ist“, so Pump. Biergläser bestechen durch ihre Formen und Farben. Mit sechs Gläsern seines Vaters hat alles angefangen. „1972 bekamen meine Eltern einen neuen Wohnzimmerschrank und da passten die Gläser meines Vaters nicht mehr rein. Er wollte sie wegschmeißen, doch ich habe gesagt, dass ich sie mit auf mein Zimmer nehme“, erzählt Pump und ergänzt, „damit war der Anfang gemacht“. Mittlerweile hat er 2521 Stück, verteilt auf drei Räume. So wurde der ehemalige Schweinestall auf dem Gehöft seiner Großeltern zu Ausstellungsräumen umgebaut. „Ich habe viel Geld und Arbeitskraft investiert. Die Fenster mussten isoliert, Decken gedämmt, Wände gestrichen und Regale montiert werden“, zählt der Nebeliner einige Maßnahmen auf. Hilfe bekam er von dem befreundeten Nebeliner Dachdeckermeister Mario Menzel. „Da er viele Reisen in die ehemaligen Ostblock-Staaten macht, bringt er mir ab und an ein Bierglas mit“, erzählt Pump. So finden sich auch Gläser aus Ungarn, Kuba und der Türkei in den Regalen.

Als dritter Raum fungiert der Fahrradschuppen. Hier herrscht aktuell Baustopp. Grund ist der Bau der A 14. 80 Prozent des Grundstücks von Siegfried Pump sind überplant. Für ihn ist bereits klar: Mit dem Bau der Autobahn erhält er eine Entschädigung und siedelt an anderer Stelle neu. Die Umzugskartons für die Gläser hat er schon gelagert. „Damit keins kaputt geht“, betont er.

Um die Sammlung aufrechtzuerhalten, bedarf es viel Pflege. „Normalerweise muss ich sie ständig waschen und polieren. Das mache ich im Sommer“, sagt Pump. Mit Wasser, Spülmittel, Flaschenbürste und per Hand. „In der Spülmaschine würden die Gläser kaputt gehen. Das Material ist zu empfindlich“, erklärt er.

Auf kleine Zettelchen an den Regalbrettern hat er die Anzahl der Gläser notiert, die in einer Reihe stehen. „Das erleichtert mir die Inventur“, sagt Pump. Früher habe er das zwei Mal im Jahr gemacht, „doch jetzt wo es so viele sind, notiere ich mir die aktuelle Zahl und wenn neue dazukommen, muss ich nur noch addieren.“

Bis zur Wende habe er in Chemnitz einen Tauschpartner gehabt. „Doch die Verbindung ist leider abgerissen“, bedauert Pump. Durch Veröffentlichung seiner Leidenschaft in der Zeitung habe er viele Anrufe bekommen, „von Menschen, die mir ihre Gläser angeboten haben, aber zum Kauf nicht zum Tausch“, so Pump. Auch habe er auf einem Flohmarkt in Rathenow einen Händler getroffen, der seine Sammlung dort veräußerte. „Da habe ich zugeschlagen. Zwei Taschen voll“, sagt er. Ans Aufhören denke er aber nicht. „Im Nebengelass ist noch Platz.“

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erstellt am 23.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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