zur Navigation springen

Jubiläum in Wittenberge : Seit 100 Jahren Herren über Bienen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesverband der Imker zeichnet Wittenberger Vereinschef und den Verein mit Ehrentafeln aus.

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die Überraschung ist perfekt. Ein Vereinsmitglied hat sie heimlich eingefädelt. Und so steht am Mittwochabend der amtierende Vorsitzende des Imkerlandesverbandes, Lothar Lucke, in der Tür von der „Neuen Post“. Hier in der Gaststätte ist der Treff des Wittenberger Imkervereins. Die Zusammenkunft am Mittwochabend ist eine besondere. Fast auf den Tag genau vor 100 Jahren – es war der 11. März 1917 – gründeten Wittenberger den Verein. Es waren 14 Männer.

Heute zählt der Verein einige Mitglieder mehr. Aber die Zeiten mit 50 und mehr Mitgliedern über viele Jahrzehnte sind vorbei. Chef des Vereins ist Klaus Drewes. Der Vorsitzende des Landesverbandes findet anerkennende Worte für dessen Engagement im Ehrenamt, dafür, wie Drewes die organisierten Imker über die schweren Jahren der Wende und danach brachte. Wie er die Vereinsarbeit organisiert. Als Anerkennung für dessen unermüdliches Tun überreichte Lothar Lucke dem Wittenberger Imkerchef die „Goldene Ehrentafel des Landesverbandes als Dank und Anerkennung für die geleistete imkerliche Tätigkeit“. Den Verein zeichnete Lucke mit der Ehrentafel in Silber aus. Anerkennung für den Verein auch von Karsten Korup, der als Vorsitzender der Stadtverordneten dem Verein gratulierte.

Die Imkerrunde freut sich sehr über die Anerkennung. Aber das nicht allein. Wenn der Landesvorsitzende den Weg nach Wittenberge findet, dann kommen auch Dinge auf den Tisch, die den Imkern auf der Seele brennen. Probleme, wie sie nicht allein in der Prignitz existieren, bestätigt Lucke. Bienen sind Honiglieferanten. Aber ihr Wert für die Allgemeinheit definiert sich im viel höheren Maße als Bestäuber von Obst- sowie Gemüsepflanzen und landwirtschaftlichen Beständen. Die Imker beklagen den „massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, der unseren Bienen nicht gut tut“. Ein weiteres Problem: Es fehle an Blühpflanzen, besonders im Herbst, wenn das Nahrungsangebot für die Bienen dünner wird. Lucke informiert über den Ende 2016 angeschobenen Dialog zwischen Landesimkerverband, der 102 Vereine vertritt, und Bauernverband und -bund. „Es geht um das gegenseitige Verstehen“, sagt Lucke.

Allererste kleine Erfolge kann er vermelden. So wollen brandenburgweit 20 Landwirtschaftsbetriebe auf insgesamt 40 Hektar sogenannte Blühflächen als Bienennahrung anlegen. Die hiesigen Imker ermuntert Lucke, den direkten Kontakt zu hiesigen Landwirten zu suchen für detaillierte Absprachen, beispielsweise dazu, wann Blühstreifen benötigt werden.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen