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Jay Alexander : Seine Kinder geben ihm Energie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jay Alexander spricht über Platzierungen in den Charts, seine Familie und über seine Enttäuschung von der Politik

von
erstellt am 17.Jul.2017 | 12:05 Uhr

In den Klassikcharts steht Jay Alexander mit seinem Album „Schön ist die Welt“ seit drei Monaten auf Platz 1. Am Wochenende stand der Tenor in Wittenberge auf der Bühne. Zwischen den Auftritten traf Redakteur Hanno Taufenbach ihn zum Interview.

Herr Alexander, Sie sind gelernter Offsetdrucker. Haben Sie Interesse an einem Job in unserer Druckerei?

Jay Alexander: Die Frage stellt sich nicht, die Branche ist am Ende. Ich hatte 350 Kollegen, doch die Druckerei gibt es schon lange nicht mehr.

Wie halten Sie es mit der gedruckten Zeitung?

Ich liebe es, wenn es knistert, ich die Zeitung zusammenfalten kann. Digital werde ich nie ein Zeitungsleser werden.

Ihr Album „Schön ist die Welt” steht auf Platz 1 in den deutschen Klassikcharts. Was bedeutet Ihnen das?

Damit hatte ich nicht gerechnet, aber es setzt mich auch nicht unter Druck. Ich bin voller Dankbarkeit und Demut, dass ich diesen Erfolg habe.

Der Name Ihres Albums ist Programm der diesjährigen Elblandfestspiele: Welthits in Wittenberge. Passen zu dieser Stadt wirklich Welthits?

Welthits passen überall hin, das traurige ist nur, dass die Welt an vielen Orten nicht schön ist. Man muss sich seine eigene, schöne Welt, seine eigene Oase schaffen. Das ist für mich auch Heimat, die jeder Mensch haben sollte.

Tausende sind auf der Flucht und suchen eine neue Heimat.

Und es ist kein Ende absehbar. Aber wer keine Lebensperspektive hat, wird versuchen, sie woanders zu finden. Das ist sein gutes Recht. Es ist nicht einfach, aber beide Seiten, wir und die Flüchtlinge, sollten aufeinander zugehen, denn wir können voneinander lernen.

Sie haben sich für die Welthungerhilfe engagiert. Was empfinden Sie, wenn in Hamburg die Chefs der Welt auf dem G20-Gipfel palavern, Rüstungsausgaben in die Höhe schnellen und in Afrika Kinder verhungern?

Das werde ich nie verstehen, aber das Thema ist zu groß für diesen Artikel. Die Weltpolitik werden wir leider nicht ändern, jeder sollte aber in einem Bereich helfen, sich engagieren.

Anfangs von Ihnen ignoriert, dann nicht gleich von Ärzten erkannt, hätte Sie ein entzündeter Blinddarm fast das Leben gekostet. Was haben Sie daraus gelernt?

Zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Arzt zu gehen. Ich bin kein Hypochonder geworden, aber ich war sehr erschöpft und habe viel nachgedacht. Daraus sind Erkenntnisse gewachsen.

Sie haben zwei Kinder. Bitte vervollständigen Sie den Satz: Kinder sind für mich...

...ganz wichtig, denn sie zeigen mir Dinge, die ich verlernt hatte, sie geben mir Energie, wenn es mir mal nicht gut geht.

Sie sprechen viel über Ihre Familie und Häuslichkeit. Wer kocht bei Ihnen zu Hause?

Meine Frau Vanessa kann das viel besser als ich. Ich finde sie sexy, wenn sie in der Küche steht. Das ist ein Gefühl der Geborgenheit. Sie ist der Mittelpunkt unserer Familie.

Es heißt, Sie gehen gerne ins Kino.

Das stimmt. Es ist ein bisschen wie mit der Zeitung, aber ich brauche diese Stühle, die große Leinwand und Popcorn auf den Sitzen und mit den Kindern macht ein Kinobesuch doppelt so viel Spaß.

Es ist Sommer. Wenn Sie mit Vanessa im Cabrio an der Amalfiküste entlang fahren würden, hätten Sie welches Lied auf den Lippen?

Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt – das ist kitschig, aber die Amalfi ist einer der schönsten Orte, die es auf unserer Welt gibt.

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