Seifen – aus der Prignitz in die Welt

Bernadette Linden in der „Seifenküche“ der kleinen Manufaktur.
Bernadette Linden in der „Seifenküche“ der kleinen Manufaktur.

Seit zehn Jahren ist Bernadette Linden mit ihrer Seifenmanufaktur in Groß Pankow zu Hause

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20. Februar 2018, 12:45 Uhr

Seit 13 Jahren betreibt Bernadette Linden ihre Seifenmanufaktur, seit zehn Jahren in Groß Pankow. „Man muss eine Idee haben,“, sagt Linden, die damals aus dem Siegerland in die Prignitz kam. „Mit einer Idee hast du eine Chance.“ Den Beweis tritt sie mit ihrer kleinen Manufaktur an, die sich auf dem Hinterhof in einem Nebengebäude befindet. Inzwischen verlassen 15 000 Stück Seife das Prignitzdorf, Seifen für Menschen, aber auch für Hunde und Pferde. Letztere machen 65 Prozent des Umsatzes aus.

Die Kunden bestellen in der Regel über das Internet. So haben die Naturseifen nicht nur Abnehmer in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz, der Tschechischen Republik, Luxemburg, Belgien, England, Norwegen und Liechtenstein. Für die Tierseifen kommen die Bestellungen inzwischen auch aus Australien und Amerika, berichtet Tochter Meike Linden. Gemeinsam betreiben sie die Manufaktur in Groß Pankow.

„Allergien und Hautunverträglichkeiten treten immer häufiger auf“, weiß Bernadette Linden. „Daher benutzen wir natürliche Grundstoffe.“ Die Seifen entstehen aus den verschiedensten Pflanzenölen – lediglich Palmenfett benutzen Lindens nicht. Auch auf Konservierungs- und Zusatzstoffe wird verzichtet.

„In Zeiten, wo alles aus Dosen und Tuben kommt, gehen wir mit der Manufaktur neue Wege, eröffnen neue Bereiche.“ Die Seifen aus Groß Pankow werden ebenso manuell in Kartonagen verpackt, wie sie produziert werden. Die Technik, die sie dafür benötigt, hat sie weitestgehend selbst gebaut, „denn das gibt es nicht zu kaufen“. Formen und die Seifenschneidemaschine sind ihre Ideen und von ihr geschaffen. In der Seifenküche, die inzwischen zu klein geworden ist, zeigt Bernadette Linden, wie ihre Seifen entstehen. Zunächst werden in der Fettphase feste Fette, die geschmolzen werden, und flüssige vermengt. Dann wird die Lauge (Natron) hinzugefügt und vermischt. Während dieses Prozesses müsse die Temperatur konstant gehalten werden, sagt Bernadette Linden. Vor der Abfüllung in die Formen besteht dann die Möglichkeit, Kräuter, ätherische Öle und Farben hinzuzusetzen. Die Form wird abgedeckt und bleibt ein bis zwei Tage so stehen. Dann werden die Seifenblöcke aus der Form genommen, in die bekannten Größen geschnitten und mit einem Stempel versehen. Mindestens vier Wochen müssen sie nun trocknen, bevor die Verpackung und der Versand erfolgen.

„Jede Duftmischung, jedes Rezept ist eine eigene Kreation, eine eigene Mischung“, erzählt sie. Es entstehen Seifen für die Haare, das Gesicht, den Körper oder die Füße. Bei den Tierseifen entstehen aus den Resten, die geschreddert werden, Pfoten- bzw. Hufbäder. Zehn bis 20 Päckchen mit Naturseifen für Menschen und Tiere verlassen täglich die Manufaktur. Während Mutter Bernadette sich mit der Produktion und neuen Kreationen befasst, kümmert sich Meike um das Marketing, ist viel in den sozialen Netzwerken unterwegs, um die Seifen zu bewerben.

Der Erfolg gibt ihnen Recht. Inzwischen reifen erste Ideen für die Vergrößerung der Seifenküche. „Aber das ist eine andere Geschichte“, sagt sie. Gut gebrauchen könnten sie Unterstützung in der Verpackung und eventuell im Außenverkauf. Denn in letzter Zeit sind sie nicht mehr auf Märkten präsent. „Wenn sich da ein Profi findet, der unsere Produkte gut verkaufen kann, dann würden wir auch über den Direktverkauf nachdenken“, sagt Bernadette Linden. Bis dahin aber steht der Internetvertrieb im Vordergrund. Der Bedarf ist auf alle Fälle da, das haben die beiden Frauen auch daran gemerkt, dass eine Kosmetiklinie, die bisher nur Flüssigseife vertrieben hat, wieder das gute alte Stück Seife ins Sortiment aufnahm. Denn die Seife in ihrer ursprünglichen Form hat nicht nur reinigende, sondern auch heilende und pflegende Wirkung.

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