Spektakel auf der Plattenburg : Sehnsucht nach dem Mittelalter

Die Kampf- und Ritterspiele fanden die meisten Zuschauer. Dabei behielten noch die gestandenen Akteure die Oberhand.
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Die Kampf- und Ritterspiele fanden die meisten Zuschauer. Dabei behielten noch die gestandenen Akteure die Oberhand.

Die Darsteller waren nur ein wenig bunter als das Publikum. Gute Stimmung beim Plattenburg-Spektakel

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23. Juni 2019, 22:00 Uhr

Die Zeit ein paar Jahrhunderte zurückzudrehen, diese Sehnsucht haben Tausende Besucher am Wochenende beim Plattenburg-Spektakel ausgelebt. Die Grenzen zwischen den historisch kostümierten Darstellern und vielen in Wolle, Leinen, Seide und Filz gewandten Zuschauern waren fließend. Trinkhörner zierten Gäste und Akteure gleichermaßen, letztere trugen aber bessere Waffen. Und ihre Musikinstrumente übertrafen die einfachen Pfeifen und Flöten der Zuschauer.

Auf jeden Fall hatte sich weitgehend eine eingeschworene Mittelalter-Gemeinde auf der Plattenburg versammelt, um gemeinsam fröhlich zu feiern, auch wenn einige „finstere Gestalten“ auf dem Areal unterwegs waren. Für die Kinder wurden Schwerter, Bögen und Helme aus Holz erworben, um noch näher an der Zeit zu sein. Erwachsene ließen sich Henna- und Glittertattoos anfertigen, belagerten Kleider- und Schmuckstände, um in die Zeit einzutauchen und probierten mittelalterlich scheinende Speisen. Auch die Keramiktassen passten zur Inszenierung.

Zu nahe wollten viele dann aber doch nicht den mittelalterlichen Bräuchen kommen. Zwar probierten die Kinder gern ihre neuen Holzschwerter aus, aber zum Barbier jener Zeit trauten sich nur wenige. Und die Hexen hatten einige Mühe, Tanzpartner zu finden. Auch der Ritter am Burgtor fand nur wenige neue Freunde und den Pranger wollte natürlich schon gar keiner ausprobieren, selbst wenn nicht mit faulen Eiern und verdorbenem Obst geworfen wurde.

Insgesamt war die Stimmung gut, wozu das warme aber nicht heiße Wetter mit einer leichte Brise Wind beitrug. „Der Besuch ist auf jeden Fall so gut wie im Vorjahr“, schätzte der langjährige Burgnarr Jürgen Schmidt ein. „Es gibt mehr Angebote für Kinder. Auch die Burgführungen waren gut besucht.“

Zauberer und Märchenerzähler hatten viel Zulauf und die Konzerte der Mittelalterbands fanden ein begeistertes Publikum, das sich auch gefreut hätte, wenn Spielleute auf dem Gelände unterwegs gewesen wären. Höhepunkte waren Auftritte der Ritter, die in dramatischen Kämpfen oder humorvoll ihre Geschicklichkeit zeigten.

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