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Sternsingeraktion 2014 : Segenssprüche, Spenden, nette Worte

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit mehr als 20 Jahren ziehen die Sternsinger durch Perleberg, sammeln Geld für Bedürftige und sorgen so für einen Jahresauftakt der besonderen Art

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erstellt am 14.Jan.2014 | 08:00 Uhr

An vielleicht keiner anderen Spendensammelaktion kann man das Geben und Nehmen so unmittelbar erfahren, wie beim jährlich stattfindenden Rundgang der Sternsinger. Der Brauch des Dreikönigssingens ist eine Uralt-Tradition, reicht ins 16. Jahrhundert zurück. In Perleberg existiert die Aktion immerhin bereits seit gut 20 Jahren. Dennoch begaben sich die jungen Sternsinger um Religionslehrerin Angela Sonntag von der katholischen Kirchengemeinde St. Heinrich dieses Mal auf unbekanntes Terrain. Im Gegensatz zu den Vorjahren schwärmten sie nicht an einem bzw. mehreren Wochentagen, sondern an einem Samstag aus.

Vier Gruppen waren am 11. Januar in der Altstadt, überwiegend bei Geschäftsleuten, unterwegs, warben unter dem diesjährigen Motto „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit“ Geld ein. „Man möchte einfach dabei sein und helfen“, formulierte Maria Strietzbaum, Mitarbeiterin im Geschäft „Willam Optik“ stellvertretend für viele Geschäftsleute die Motivation, Geld in die Spendendose zu stecken. Die Sternsinger überbringen nicht nur musikalisch und mit Segenssprüchen die besten Wünsche fürs neue Jahr, sondern schreiben an die Haustüren oder Türbalken mit geweihter Kreide die Segensbitte C+M+B (Christus mansionem benedicat = Christus segne dieses Haus).

Ob aus christlicher Überzeugung oder einfach aus der Tradition heraus: Viele Perleberger warten bereits in der Zeit um den 6. Januar herum auf die Sternsinger, so z. B. Irmela Czubatynski, die in der Bäckerstraße wohnt und einer der vier Gruppen am Sonnabendvormittag praktisch in die Arme lief. Dass der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige, bereits vorüber, aber noch niemand da war, hatte sie irritiert. „Das ist eigentlich auch sonst immer unser Abschluss – dieses Mal war es der Auftakt“, sagt Angela Sonntag.

Die Religionslehrerin engagiert sich seit vielen Jahren für den Erfolg der Sternsingeraktion in Perleberg. Beim Gang durch die Stadt kamen Anfang 2013 rund 1355 Euro zusammen. Auch das Ergebnis 2014 werde vierstellig, dennoch weniger sein. Dass samstags Behörden, Institutionen und Firmen nicht geöffnet haben, schlage sich natürlich im Ergebnis der Sammlung nieder. „Rathaus und Kreisverwaltung waren zum Beispiel für uns sonst immer feste Anlaufpunkte“, so Angela Sonntag. Gerade jene Häuser, in denen Entscheidungen mit Tragweite gefällt werden, sollten geweiht werden, ist die Christin überzeugt. Ein anderer fester Anlaufpunkt ist das Kreiskrankenhaus: Dort wurden die Spendensammler und Segensbringer am Samstagvormittag wieder freundlich empfangen.

Dankbar sind die Sternsinger, ihre erwachsenen Begleiter und Angela Sonntag letztendlich aber für jeden Cent und freuen sich über jede Tür, die ihnen mit einem netten Wort geöffnet wird, über jede Minute, die Zeit bleibt für ein kurzes Gespräch. Bei annähernd allen einheimischen Händlern und Gewerbetreibenden ist das so. „Wir würden uns auch freuen, wenn sich die Kunden in den Geschäften noch stärker angesprochen fühlen würden“, beschreibt Angela Sonntag einen Wunsch für die nächsten Aktionen.

Dass der Segensspruch auch in den Filialen größerer Handelsketten angebracht wird, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. Strenge und eng ausgelegte Vorgaben zur Gestaltung der Ladenausstattung stehen dem unter anderem im Wege. Dass man sich darüber mit Erfolg – und ohne anzuecken – hinwegsetzen kann, beweisen laut Angela Sonntag die Mitarbeiterinnen in der Rossmann-Filiale. Weil der Segensspruch nicht an der Tür angebracht werden darf, fanden sie im Geschäft eine andere Lösung. „Und gesammelt hatten die Frauen auch wieder. Wir jedes Jahr überreichten sie uns am Sonnabend einen Umschlag mit ihrer Spenden.“

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