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Der Prignitzer

23. Oktober 2017 | 17:22 Uhr

Seedorfer machen die Brücke dicht

vom

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 06:11 Uhr

Seedorf | Mit einer Blockade der Seedorfer Löcknitzbrücke auf der L 137 haben Einwohner von Eldenburg, Seedorf und Breetz (Amt Lenzen-Elbtalaue) gestern auf die seit Jahren bedrückenden Zustände durch den Lkw-Verkehr in ihren Dörfern protestiert. Pünktlich um 11 Uhr ging in dem Lenzener Ortsteil für eine halbe Stunde nichts mehr. Die Forderung der Protestanten: Eine Zwölf-Tonnen-Begrenzung für Brummis und eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in den drei Ortschaften.

"Seit gut drei Wochen rollen nun auch die Kiestransporter für den Deichbau in Dömitz verstärkt durch unsere Dörfer. Dabei wurde der Ausbau der B 195 durch die Lenzerwische vor zwei Jahren mit hohen Kosten fertig gestellt", echauffiert sich der Seedorfer Kurt Wilke stellvertretend für die Anwohner. "Trotzdem fahren die Lastkraftwagen über zwölf Tonnen weiter durch unsere Dörfer. Dabei ist die Straße viel zu schmal für zwei sich begegnende Lkw." Der starke Verkehr beeinträchtige nicht nur die Lebensqualität der Anwohner, sondern sorgt auch für Gebäudeschäden. "Sieben, acht Mal haben sie meinem Schwiegersohn schon die Dachrinne abgefahren und das Dach beschädigt", berichtet Paul Eschen.

Gut 50 Schwerlasttransporter donnern nach Angabe von Horst Oppenhäuser täglich an seinem Haus in Breetz vorbei. "Die Straße ist total kaputt gefahren. Man kommt kaum noch auf das eigene Gehöft. Meine Feriengäste, die eigentlich hier auf dem Land ihre Ruhe haben wollen, beschweren sich über den Lärm."

Die nach und nach eintreffenden Fahrer der Kiestransporter zeigten Verständnis für die Aktion der Dorfbewohner. "Das ist in Ordnung, war ja nur eine Frage der Zeit", zeigte sich einer der Fahrer einsichtig. "Wir haben aber von unseren Auftraggebern die Anweisung, den kürzesten Weg zu fahren. Und an die Geschwindigkeit halten sich zumindest die meisten von uns", sagt ein anderer

Die von den Dorfbewohnern und vom Lenzener Stadtparlament für den Ortsteil Breetz bereits im November 2010 geforderte Beschilderung für ganztägliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 (bisher nur von 6 bis 18 Uhr) und auf zwölf Tonnen eingeschränktes Kraftfahrzeuggewicht für Brummis wurde vom Landesbetrieb für Straßenwesen in Zusammenarbeit mit der kreislichen Straßenverkehrsbehörde abgelehnt. "Wir können Forderungen stellen, die Entscheidung treffen aber andere", so Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf, der den Protest nachvollziehen kann. "Ich hatte die Entscheidungsträger bereits zu einem Vororttermin eingeladen. Der wurde abgesagt." Nun soll es in der 39. Kalenderwoche klappen.

Für Kurt Wilke war die Blockade gelungen. Er hofft nun, dass das Anliegen der Dorfbewohner bei den Behörden Gehör finden und auch die Brummifahrer zum Nachdenken angeregt hat. "Ansonsten müssen wir die Aktion wiederholen."

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