Groß Pankow : Seedorf fordert Infoveranstaltung

Hauptausschuss einstimmig für Grundsatzpapier zum Thema Wolf. Gemeindevertretung muss morgen abschließend beraten.

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05. Dezember 2018, 10:14 Uhr

Soll die Gemeinde Groß Pankow sich selbst zu einer „wolfsfreien Zone“ erklären? Bürgermeister Marco Radloff sagt eindeutig „Nein“. Ein derartiger Beschluss hätte keine rechtliche Relevanz. „Wir wollen dagegen einen Beschluss auf den Weg bringen, der die Landesregierung eindeutig zum Handeln auffordert und unsere Probleme darstellt“, so Radloff. Ingo Frahm aus Lindenberg ist da aber anderer Meinung: „Um uns herum haben die Kommunen sich zu ,wolfsfreien Zonen’ erklärt. Wir wären dann quasi ein Loch in diesen Kommunalen Beschlüssen“, so Frahm.

Gudrun Seedorf stellte den Antrag, über die Vorlage noch nicht zu entscheiden. „Ich denke es gibt viele Abgeordnete und Einwohner, die über den Wolf nicht richtig Bescheid wissen. Ich würde es begrüßen zuvor eine Informationsveranstaltung zu organisieren“, so ihr Vorschlag. Da Seedorf aber nicht Mitglied des Hauptausschusses sei, werte er diesen Vorschlag als Antrag, der in der nächsten Gemeindevertretersitzung zur Abstimmung gestellt werde, so Bürgermeister Marco Radloff. In der Beschlussvorlage fordert die Kommune die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht, den Schutzstatus auch bei der EU zu ändern, da die Tierart Wolf offensichtlich in ihrem Bestand nicht mehr gefährdet sei. Außerdem fordere die Gemeinde Schutzjagden nach schwedischem Vorbild, bei der nach wissenschaftlichen Methoden die Reproduktionsrate der Wölfe ermittelt und darauf basierend eine Abschussquote festgelegt werde. Außerdem fordere man die Landesregierung auf, für besseren Schutz der Menschen und der Nutztiere und bei Schäden für entsprechenden Ausgleich zu sorgen, unabhängig davon, ob es sich hier um Haupterwerbslandwirte oder Hobbytierhalter handle. Außerdem fordere die Gemeinde Groß-Pankow von der Landesregierung eine öffentliche Aufklärung über getroffene Schutzmaßnahmen. „Wir schlagen vor, dass der Wolf auf großen Flächen wie Tagebaukippen, Truppenübungsplätzen und Naturreservaten von Schutzjagden unbehelligt bleibt“, erläutert der Bürgermeister.

Außerdem fordere die Gemeinde von der Landesregierung Kosten für technischen und nichttechnischen Herdenschutz zu 100 Prozent zu übernehmen. „Wer den Wolf will, muss dafür auch bezahlen. Wir wollen den Wolf nicht in der Prignitz“, machte Ingo Frahm deutlich. „Wir brauchen mehr Öffentlichkeit und keine Politik, die die Probleme unter den Tisch kehrt“, sagt Marco Radloff und gibt zu bedenken dass vom warmen Schreibtisch aus jedes gerissene Nutztier leicht zu verschmerzen sei. Deshalb fordere die Kommune die Landesregierung auf, die genetischen Analysen der Rissgutachten innerhalb von vier Wochen den Betroffenen Tierhaltern mitzuteilen und Schäden sowie Folgeschäden durch den Wolf vollständig zu erstatten. Sollte das Rissgutachten nicht innerhalb von vier Wochen vorliegen, solle das Land die Schäden unmittelbar erstatten.
Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, das vorgelegte Grundsatzapier in der morgigen Sitzung der Gemeindevertretung zu verabschieden.

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