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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 21:41 Uhr

Sechs Tore, viel Spaß und tolle Gesten

vom

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 09:07 Uhr

Wittenberge | Attraktive Frauen, ansprechende Fußballkost und eine tolle Kulisse - die Rahmenbedingungen beim Benefizspiel für die vom Hochwasser gebeutelten Prignitzer Fußballvereine zwischen einem gemeinsamen Team von Veritas Wittenberge/Breese und Eiche 05 Weisen und den Fußballerinnen vom deutschen Vizemeister 1. FFC Turbine Potsdam stimmten. Nach 90 unterhaltsamen Spielminuten behielten die Männ am Donnerstag mit 4:2 (2:0) die Oberhand.

"Es hat wieder viel Spaß gemacht", waren sich die Veritas Spieler Jens Bartkowiak und Martin Gehrke einig, fanden aber auch, dass das aktuelle Turbine-Team gegenüber dem ersten Vergleich vor vier Jahren (5:2 für Veritas. - Anm. d. Aut.) "deutlich stärker war." Lob aus berufenem Mund erhielt Veritas-Coach Swen Bober von Potsdams Trainer-Ikone Bernd Schröder. "Ihr habt in der ersten Halbzeit wunderbar gespielt." Das Benefizspiel selbst fand Schröder gelungen. "Es war eine schöne Kulisse. Die Zuschauer erwarten Tore und die sind gefallen."

Gut 600 Zuschauer wollten sich die Partie im Wittenberger Ernst-Thälmann-Stadion nicht entgehen lassen. Und die sahen zunächst ein Spiel auf gutem technischem und taktischem Niveau mit Vorteilen für die Männer. Bereits in der 5. Minute nutzte Marc Michitsch die Unordnung in der Turbine-Abwehr nach einem Eckball zum 1:0 für die Gastgeber. Weitere gute Möglichkeiten für Christian Münster (10., 12., 25.) und Tobias Bober (11., 34.) blieben ungenutzt. Die einzig nennenswerten Torchance des Champions League-Siegers von 2010 hatte Norwegens Nationalspielerin Maren Mjelde, die Veritas-Keeper Martin Marx mit ihrem Schuss von der Strafraumgrenze zu einer Glanzparade zwang (18.). Den 2:0-Pausenstand besorgte Norman Hurlbrink. Der völlig freistehende Routinier ließ Ann-Katrin Berger im Turbine-Kasten mit einem trockenen Schuss keine Abwehrchance (36.). "Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht", kommentierte Potsdams Coach Schröder das Spiel seiner Mädels im ersten Abschnitt.

Nach dem Seitenwechsel traten die Turbinen deutlich druckvoller auf und dominierten folglich auch das Spiel. Dem komplett ausgetauschte Gastgeberteam, bei dem nun auch die Weisener Akteure zum Zuge kamen, merkte man die fehlende Eingespieltheit merklich an. Folgerichtig erzielte Asano Nagasato im Nachsetzen den Anschlusstreffer zum 1:2 (61.). Turbine ließ nun Ball und Gegner laufen, kassierte aber durch Gordon Amling das dritte Gegentor (71.). Doch nur fünf Minuten später gab die umsichtig leitende Schiedsrichterin Sandra Blumenthal Strafstoß für Turbine. "Bei den Männern hätte man das nie gepfiffen", war sich Jens Bartkowiak nach einem Kontakt mit der Schweizerin Lia Wälti im Strafraum keiner Schuld bewusst. "Ich hab’ ihr den Elfer aber gegönnt. Sie war sehr sympathisch", grinste "Hobschi". Den fälligen Strafstoß verwandelte Jennifer Zietz sicher (77.). Den Schlusspunkt setzte dann Tobias Ploigt, der Turbine-Torhüterin Anna Sarholz mit einem Heber zum 4:2 überwand (89.).

Beifall gab es bei der Einwechslung von Wittenberges Marlene Krüger (65.). Die Spielführerin des ESV Wittenberge rückte als Anerkennung für ihre Verdienste um den Frauenfußball in der Prignitz in den Kader. Hinterher meinte sie: "Es hat Spaß gemacht. Erstens, weil es gegen Turbine ging und zweitens, weil es ein großer Traum von mir war, mal für die Veritas-Mannschaft zu spielen."

Der 1. FFC Turbine sammelte hingegen erneut Pluspunkte, verzichtet auf jegliches Antritts- und Fahrgeld sowie auf die Beteiligung an den Einnahmen, überreichte stattdessen selbst einen Scheck über 500 Euro. So kamen insgesamt über 2100 Euro zusammen, wie Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann nach Spielschluss verkündete.

Trotz der ansonsten gelungenen Veranstaltung kassierten die Veranstalter aber dann doch noch ein Eigentor, denn auf Grund der unzureichenden Versorgung verließen viele Zuschauer das Stadion nicht nur mit knurrendem Magen.

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