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Ausdauerschwimmer in Karstädt : Schwimmen – dann aber gleich mehrere Kilometer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Karstädter Mathias Kohler zieht seine Bahnen im Becken genauso wie in der Ostsee vor der Insel Poel

von
erstellt am 19.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Beim 24-Stunden-Schwimmen der Gemeinde Karstädt zieht in der Nacht von 1 bis 4 Uhr der Karstädter Mathias Kohler durch. Am Ende stehen für den 37-Jährigen 7,5 Kilometer auf der 25-Meter-Bahn im Freibad für den guten Zweck zu Buche – am Stück wohlgemerkt. Insgesamt kommen 1660 Kilometer aller Teilnehmer zusammen, für jeden gibt es einen Euro, je zur Hälfte von der Sparkasse Prignitz und der Bürgerwindstiftung gesponsert. Davon soll es eine Schaumkanone für das Freibad geben.

„Zwei Tage vor dem 24-Stunden-Schwimmen habe ich erfahren, dass das diesjährige Motto der Erhalt unserer Kreisstadt Perleberg sein sollte. Das war für mich eine zusätzliche Motivation“, sagt Kohler. 7,5 Kilometer, das schaffen nicht viele. „Ich finde es sehr schön, dass meine Leistung eine solche Anerkennung findet. Aber man darf dabei auch nicht die vielen anderen Teilnehmer vergessen, die all ihre Kraft eingebracht haben, um dieses hervorragende Gesamtergebnis zu erreichen“, sagt ganz bescheiden der Diplom-Betriebswirt, der besonders auch die Leistung der beiden über 70-Jährigen, der ältesten Teilnehmerinnen Elfriede Köhn und Marie-Luise Buth, nicht unerwähnt lassen möchte.

Aber wie kommt man dazu, 300 Bahnen am Stück zu ziehen? „Ich schwimme sehr gerne und viel. Vergangenes Wochenende war ich wieder auf der Insel Poel. Dort habe ich eine Strecke von Timmendorf zum Schwarzen Busch. Das sind so fünf, sechs Kilometer“, erzählt der Karstädter, der in Wismar Betriebswirtschaftslehre studiert hat. Regelmäßig trainiert er in der Ostsee und wenn das zeitlich nicht geht, springt er in Karstädt ins Becken – zwei Stunden sind dann angesagt. „Es ist der Wille, immer weiter zu kommen“, sagt er. Im ruhigen Gewässer könne man konstant durchziehen, aber aus seiner Vorliebe zum Freiwasser macht er keinen Hehl. „Wenn man einen Kilometer vom Strand draußen ist, wird man eins mit der Natur“, beschreibt der 37-Jährige, der neben seiner Leidenschaft zum Schwimmen schon seit seiner Schulzeit genauso gern aufs Rad steigt. „Da ich flexible Arbeitszeiten habe, gehe ich morgens kurz nach sechs Uhr erst noch eine gute Stunde Radfahren“, so Kohler, der in dieser Zeit etwa 30 Kilometer schafft. Schwimmen ist bei ihm abends angesagt, aber nicht jeden Tag.

Dabei kam er erst durch einen Unfall zum ausgiebigen Schwimmen. „Vor sechs Jahren wurde ich auf dem Fahrrad von einem Geländewagen angefahren. Ich musste drei Monate gehen lernen und es hieß, ich muss mich mehr bewegen“, erzählt der Heimkehrer. Nach seinem Studium in Wismar hat er in Berlin gearbeitet, seit 2010 ist er wieder in der Heimat, hat einen Job bei Brüning-Carport in Grabow. „Ich bin froh, wieder in der Prignitz zu sein. Die freundlichen Menschen, die schöne Landschaft und das Leben im Einklang mit der Natur, das stellt für mich eine hohe Lebensqualität dar.“

Und auf seiner Agenda stehen noch eine Menge sportliche Ziele. „Ein großer Traum wären die elf Kilometer von Timmendorf durch die Wismarer Bucht bis nach Boltenhagen. Im nächsten Jahr würde ich gern beim Inselschwimmen von Hiddensee nach Rügen mitmachen. Das sind immerhin fast fünf Kilometer über die offene See“, so Kohler. Bis dahin wird er noch einige Kilometer in Karstädt trainieren. Und da würde er sich „eine noch bessere Auslastung des Schwimmbades wünschen“ und fügt an: „Ich freue mich schon jetzt auf das nächste 24-Stunden-Schwimmen. Als Ziel habe ich dann vor, zehn Kilometer für den guten Zweck zu schaffen.“ 

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