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Schimmsport bangt : SchwimmClub bangt um Existenz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Teurere Bahnmieten in der Prignitzer Badewelt stellen „Delphin“-Verein vor noch ungelöste Probleme

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 20:00 Uhr

„Wenn die Preiserhöhung kommt, dann weiß ich nicht, wie wir weitermachen sollen. Es geht an die Existenz unseres Vereins“, bringt Steffen Schmolke auf den Punkt, was ihm als Vorsitzenden des „Delphin“-SchwimmClubs und den anderen Vorstandsmitgliedern riesige Sorgen bereitet.

Der SchwimmClub hat seine Heimstatt in der Prignitzer Badewelt. Vier Mal in der Woche trainiert hier der Nachwuchs. Dafür muss der Verein Bahnen anmieten. Noch werden pro Bahn und Stunde 25 Euro fällig. Geht es nach den Vorstellungen der Abgeordneten, werden es ab dem 1. Juli fünf Euro mehr sein. Das liege übrigens, so der Vereinschef, über Bahnkosten in vergleichbaren Hallen.

Die Abgeordneten wollen mit dieser Erhöhung, die nur Teil eines umfassenderen Maßnahmepaketes in der „Prignitzer Badewelt“ ist, zusätzliche Kosten auffangen, die durch den gesetzlichen Mindestlohn und durch die Energiekosten entstehen. Der Kultur- und Tourismusbetrieb (KSTW), zu dessen Bereich Einrichtungen wie Schwimmhalle, Museum, Bibliothek, Kulturhaus gehören, hat in diesem Jahr erstmals einen Zuschussbedarf, der die 2-Millionen-Euro-Grenze überschreitet. Die Stadtpolitik will gegensteuern. Als in der vergangenen Woche der KSTW-Ausschuss über die Preisanhebungen beriet, meldeten die Mitglieder grundsätzlich keine Bedenken an, konnten aber die Sorgen des SchwimmClubs nachvollziehen, erwarten von der KSTW-Chefetage, dass sie für den „Delphin“-Verein eine Sonderregelung trifft, wie sie ja in der Beschlussvorlage zu den Preisanstiegen auch angekündigt ist. Diese Regelung muss kommen, drängte beispielsweise der Abgeordnete Bernd Gerhardt (FDP). Auch Steffen Schmolke sagt, eine solche Regelung muss kommen, und sie muss für die gesamte Bahnmiete eines Jahres gelten.

Der Grund: Jährlich erhält der SchwimmClub, weil Kinder- und Jugendliche in der Stadt kosten neutral trainieren sollen, aus dem KSTW einen Förderzuschuss von rund 21  000 Euro. „Damit bezahlen wir die Bahnmiete in der Schwimmhalle“, so Schmolke. „Wir kommen mit diesem Zuschuss aber nicht lang, schießen derzeit im Jahr rund 6200 Euro an Vereinsgeldern zu, damit unseren rund 80 Kindern und Jugendlichen wirklich vier Mal die Woche ausreichend Bahnen zur Verfügung stehen.“ Die Sonderregelung, die im Zuge der Preiserhöhung ausgehandelt werden soll, würde aber nicht die gesamte Bahnmiete betreffen, sondern nur jene, die der KSTW fördert. „Wir müssen künftig, nur um unser Training in der jetzigen Form fortsetzten zu können, noch einmal über 1000 Euro pro Jahr ’drauf packen. Wir grübeln und grübeln, wie wir das irgendwie auf die Reihe bekommen“, sagt Schmolke. Schon jetzt zahlen auch die Kinder 15 Euro Beitrag im Monat. „Kosten für Wettkämpfe und Trainingslager müssen zum Teil zusätzlich auf Teilnehmer umgelegt werden.“

Ein möglicher Ausweg aus der Misere wäre das Erhöhen der Beiträge. „Wir können aber auch die Trainingszeiten reduzieren. Aber das wirkt sich auf unsere Leistungen aus. Derzeit setzen wir auf Landesebene Akzente“, so Schmolke. Das gehe dann sicher zurück. Eine andere Möglichkeit: „Wir reduzieren unser Breitensportangebot. Aber auch das wollen wir den Kindern nicht antun.“

 

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