zur Navigation springen

Festival in Haaren : „Schwester rock(t)“, das Dorf mit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

50 Seelen-Gemeinde wird für eine Nacht zum Mekka Hunderter Fans handgemachter Musik, erstmals auch mit internationaler Besetzung

von
erstellt am 09.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Mindestens zweimal im Jahr macht das kleine Dorf unweit von Bad Wilsnack von sich reden: Zum einen, wenn in Haaren Flohmarkt angesetzt ist, zum anderen wenn es heißt „Krankenschwester rock(t)“. Letzteres zog am Freitag wieder Hunderte Fans handgemachter Musik in das 50-Seelen-Dorf, das für eine Nacht nicht nur einwohnermäßig über sich hinaus wuchs. Denn die 700 Jahre, die Haaren am 25. Juni gebührend auch feiern will, sah man ihm nicht an. Jugend, wohin das Auge blickte. Mit 13 und 14 Jahren waren Magnus, Ludwig, Richard, Mattis und Yannik aber so ziemlich die Jüngsten auf dem Konzert-Event. „Um sich zu treffen, zu quatschen und dabei auch Musik zu hören – darum sind wir hier“, so Magnus. Die weiteste Anreise dürfte Melanie gehabt haben. Vor drei Tagen kehrte die Bad Wilsnackerin aus Neuseeland zurück. „Das Wiedersehen mit Haaren zu verbinden, das bietet sich förmlich an.“ Melanie ist zudem Mitglied im Verein Krankenschwester rockt e. V. Dabei zu sein, wenn es auf dem Anwesen von Vereinsmitglied Jörg Lehmann rockt, ist da schon fast Gesetz.

Mittlerweile war es bereits die 12. Auflage dieses Musik-Events, das einst zum bestandenen Abschluss zweier Krankenpfleger initiiert wurde. Ob die korrekte Berufsbezeichnung, die da Gesundheits- und Krankenpfleger lautet, zu lang oder zu langweilig war, sei dahin gestellt, jedenfalls ließ man fortan die Krankenschwester in Haaren rocken.

Mit zum Kernteam und von Anbeginn dabei ist Stephanie Paepke. Damals spielte sie noch in der Wittenberger Band „No Agree“, jetzt koordiniert und organisiert sie mit. „Auf 300 Besucher hoffen wir. Je mehr, um so besser.“ Denn letztlich muss sich alles auch rechnen, um weiterzumachen. „Und das wollen wir“, betont Stephanie. An die 350 Fans waren es letztlich, das heißt: Auch 2017 lädt Haaren zum Festival.

Sechs Bands hatten an diesem Abend ihren Auftritt. „Erstmals sind wir auch international“, betont Stephanie und verweist auf „Dirty Blondes“, eine Band aus Prag, die mit ihrem Dirty Rock’n’Roll den Fans ordentlich einheizte.

„Tolle Stimmung, super Wetter und Musik von Balkan Beats über Rock’n‘Roll bis hin zu Metalcore – was will man mehr“, so Tabuh, Lina, Lea und Annalena aus Perleberg. Für Sarah, die in Gülitz groß geworden ist und jetzt in Berlin wohnt, ist das Haaren-Festival schier ein Muss.

Und während es auf der Bühne und vor allem davor rockt, rocken Don Pommes, alias Torsten, und Don Bratwurst, alias Enrico, den Grill und den Imbissstand. Wie in jedem Jahr macht ganz Haaren mit, hat die Parkplatzwiese vorbereitet, weist die Fahrzeuge ein, sorgt für einen geordneten Einlass und … Und Heinrich Dirker, mit 98 Jahren der Dorfälteste, schaut wie jedes Jahr zwar nicht mehr nach dem Rechten, aber vorbei.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen