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Wittenberge nach Putlitz : Schwerlasttransport: 300-Tonnen-Trafo an Land

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mit schwerer Technik wurde das Bauteil transportiert / Wann genau es per Spezial-Lkw auf die Straße darf, ist noch unklar

von
erstellt am 03.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Geschafft: Der 300 Tonnen schwere Trafo, der für ein neues Umspannwerk in Mertensdorf bei Putlitz gedacht ist, steht nun an Land – an der ehemaligen Anlegestelle der Wahrenberger Fähre.

Die Männer um Projektleiter Carsten Gebser von der Firma Bormann aus Bornheim und ihre niederländischen Kollegen der Firma Wagenborg Nedlift aus Groningen hatten am Sonnabend um 8 Uhr morgens mit den Vorbereitungen begonnen. Es galt, den Koloss über eine extra gebaute Rampe von dem Ponton an Land zu bringen. Das gelang mit einem sogenannten Selbstfahrer, einer 64 Tonnen schweren Plattform mit 14 Achsen und insgesamt 56 Rädern, die unter den auf dem Ponton „aufgebockten“ Trafo gesteuert wurde. Das erforderte von allen Beteiligten Augenmaß und Fingerspitzengefühl. Immer wieder wurde nachgemessen und millimetergenau korrigiert. Dann legte der Selbstfahrer mit seiner mehrere Millionen Euro teuren Fracht etwa 100 Meter Richtung Elbdeich zurück. Dort wurde der Trafo erneut mit Hilfe von vier hydraulischen Zylindern angehoben, so dass die selbstfahrende Plattform unter dem Trafo hervorgefahren werden konnte.

Am späten Nachmittag war das Manöver vollbracht. „Ich bin sehr zufrieden. Alles ist nach Plan verlaufen. Es ist besser, lieber einmal mehr nachzubessern, auch wenn es dann länger dauert“, sagte Carsten Gebser nach der Prozedur. Auch Hubert Finke, Leiter des Wittenberger Außenbezirks des Wasser- und Schifffahrtsamtes, zog ein positives Fazit. „Es ist alles gutgegangen. Jeder Handgriff hat gesessen“, sagte er erleichtert. Schließlich sei es für Wittenberge ein Novum, dass solch ein Koloss verladen wird. Immer wieder fanden sich deswegen auch Schaulustige ein, die sich den seltenen Anblick nicht entgehen lassen wollten. So wie Ingrid und Günter Pangowski aus Wittenberge. „Leider haben wir das Verladen vom Boot aufs Festland verpasst. Wir waren am Freitag schon mal hier und haben uns das Ungetüm angesehen. So etwas hat man ja nicht alle Tage. Erstaunlich, was mit der heutigen Technik alles möglich ist“, sagten die beiden. „Das ist mehr als spannend“, waren sich Annemarie und Lothar Behling einig. Als ehemaliger Schlosser im Raw habe Lothar Behling schon immer mit Technik zu tun gehabt. „Deswegen interessiere ich mich immer noch für solche Sachen.“

Nun wartet der Trafo auf seine Verladung auf einen Kesselwagen, der derzeit noch in der Nähe von Hamburg steht. Dieser Spezial-Lkw fährt dann unter den aufgebockten Trafo. Dieser wird mittels spezieller Spangen und Bolzen auf dem Auflieger befestigt und dann zum Umspannwerk gebracht. Wann es so weit sein wird, war am Wochenende noch nicht klar. „Es fehlt die Transportgenehmigung. Wegen der durch Ostern verkürzten Arbeitswoche ging es nicht so schnell“, erklärte Carsten Gebser. Allerdings war er zuversichtlich, dass die Erlaubnis im Laufe des heutigen Montags vorliegt. Gebser rechnete damit, dass dann in der Nacht zu Dienstag der Schwerlasttransport auf die etwa 60 Kilometer lange Reise gehen kann. So lange wird die teure Fracht auf dem Festland mit einem Bauzaun gesichert. „Außerdem ist auch ein Wachschutz vor Ort“, so Gebser. Der ist wohl auch nötig. Denn Dieseldiebe hatten sich am Wochenende schon an einem Lkw zu schaffen gemacht, berichtete Gebser.

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