Elektro-Lok in Wittenberge : Schwergewicht in Dienst gestellt

Die E-Lok geht auf Tour: Mathias Tenisson, Bürgermeister Dr. Hermann und Werkstattleiter Thomas Wondrack (v. l.) sind dabei.
Die E-Lok geht auf Tour: Mathias Tenisson, Bürgermeister Dr. Hermann und Werkstattleiter Thomas Wondrack (v. l.) sind dabei.

Eisenbahngesellschaft Potsdam schreibt weiter an ihrer Wittenberger Erfolgsgeschichte

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30. März 2016, 05:00 Uhr

Sechs Achsen, 8500 PS, hohe Zugkraft: Die große Elektrolok der Baureihe 151  131 ist für den schweren Güterverkehr gedacht. „Sie wird beispielsweise für Container- oder auch Mineralölzüge eingesetzt“, sagt Mathias Tenisson, Geschäftsführer der Eisenbahngesellschaft Potsdam GmbH (EGP). Ende vergangenen Jahres hat die EGP als privates mittelständisches Eisenbahnunternehmen das Schwergewicht, übrigens eine Henschel-Lok aus den 60er Jahren, erworben. Seit Ende vergangener Woche ist sie offiziell auf Strecke. Davor gab es noch einen feierlichen Moment, als nämlich die E-Lok die Werkstatt der Schienenfahrzeugbau Wittenberge GmbH (SFW) – eine Tochter der EGP – verließ. Hier ist sie in den letzten Monaten quasi runderneuert worden. Die alle acht Jahre zwingend fällige Hauptuntersuchung für Loks stand an.

Die SFW-Werkstatt befindet sich im ältesten Lokschuppen Deutschlands auf dem ehemaligen Bw-Gelände. Seit fast sechs Jahren werden dort wieder Stahlrösser gewartet und instand gesetzt. Die 2010 gegründete SFW hat in dem 1846 errichteten und Denkmal geschützten Gebäude eine moderne Werkstatt eingerichtet und dazu bei 50prozentiger Förderung eine Million Euro investiert.

Tenisson sagt: „Es ist unser Anspruch, dort die im Unternehmen im Einsatz befindlichen Diesel- und E-Loks zu warten.“ Der Fuhrpark umfasse knapp 40 Loks. Hinzu kommen Leistungen für Dritte. Außerdem werden am Standort Wittenberge seit Ende 2014 auch noch Güterwagen gewartet und instand gesetzt. „Wir sind in der Werkstatt mit ihren fünf Schuppengleisen mittlerweile so ausgelastet, dass wir in Schichten arbeiten“, sagt Tenisson.

Anerkennende Worte für diese wirtschaftliche Entwicklung, die sich in den letzten Jahren in dem nach der Wende leergezogenen Lokschuppen vollzogen hat, findet Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Er spricht von einer mehr als bemerkenswerten Erfolgsgeschichte, als er zur In-Dienst-Stellung der Lok gekommen ist.

Und die Erfolgsgeschichte soll weitergehen. Tenisson kündigt an, dass in die Werkstatt weiter investiert wird. Der Lokschuppen erhält eine neue moderne Absenke, die alte war nach der Stilllegung zur Wende ausgebaut worden. Damit kann der Wechsel von Achsen von Tagen auf Stunden reduziert werden.  

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