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Tierquälerei : Schwere Vorwürfe gegen Ferkelgut Pinnow

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Animal Rights Watch spricht von illegalen Ferkeltötungen / Landkreis erstattet Anzeige gegen den Betrieb

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 12:17 Uhr

Grausame Bilder liefert die die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch e.V. nach eigenen Angaben aus der Ferkelgut Pinnow GmbH & Co.KG bei Karstädt. Mit versteckter Kamera haben die Tierschützer gefilmt, wie Mitarbeiter frisch geborene Ferkel totschlagen.

Mit den Händen werden die Jungtiere aus den Boxen heraus gegriffen und die kleinen Körper mit Schwung auf den harten Betonboden geschlagen. Den Kadaver wirft der Mitarbeiter in einen Eimer und greift zum nächsten Ferkel. Zu sehen waren die Mitschnitte in einem rbb-Bericht am Dienstagabend. Auch gegen die Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG in Neudorf erhebt Animal Rights Watch Vorwürfe.

Mit versteckter Kamera habe der Verein nicht nur das Totschlagen dokumentiert, sondern insgesamt einen „sehr achtlosen Umgang mit den Ferkeln“, heißt es in der Pressemitteilung. Zu sehen ist auch das Schlagen einer Sau mit einem Metallstab.

Nachtaufnahmen mit einer HD-Kamera sollen mehrere Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in dem Pinnower Betrieb beweisen. Die Pressesprecherin Sandra Franz fasst zusammen: „Abferkelboxen zu kurz, Sauen haben in Abferkelboxen kein Beschäftigungsmaterial und kein frisches Trinkwasser, dieses nur in Schüsseln mit stehendem Schmutzwasser.“ Die Aufnahmen sollen in zwei Nächten entstanden sein.

Es seien neugeborene, tote und sterbende Ferkel gefilmt worden sowie mutmaßliche Blutspritzer an Zwischenwänden. Unter einem Wurf von 30 Ferkeln habe Animal Rights Watch viele tote und sterbende Tiere gesehen. Eines davon habe sich noch direkt nach der Geburt in der Fruchtblase befunden, sich später aber befreien können. Auch dazu gibt es ein sehr aussagestarkes Foto. Zu sehen ist ebenfalls, wie Aktivisten die versteckte Kamera im Stall anbringen.

Die erhobenen Vorwürfe gegen die Prignitzer Landschwein GmbH seien weniger schwer, hier wurde nicht mit einer versteckter Kamera gearbeitet. Aber auch hier spricht Animal Rights Watch von Verordnungsverstößen und legt Fotos vor. Unter anderem seien „Kastenstände deutlich zu schmal und deutlich zu kurz“, gebe es „systematisch kein Beschäftigungsmaterial und kein ständig vorhandenes Trinkwasser in allen gesichteten Kastenständen“.

Während Pinnows Geschäftsführer gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar war und sein Büro unsere Redaktion auf den heutigen Tag verwies, äußerte sich der Neudorfer Geschäftsführer Ralf Remmert. Er räumt ein, dass die Kastenstände zu klein waren. „Es war ein alter Stall, den wir letzte Woche stillgelegt haben. Ein anderer wird bereits umgebaut. Unsere anderen Sauen stehen in Gruppenhaltung“, sagt er und betont: „Wir haben keine Tiere gequält. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls hätte er das Interview mit dem rbb absagen müssen.

Bundesweit erhebt Animal Rights Watch Vorwürfe gegen zehn Betriebe, in acht von ihnen seien Ferkel getötet worden, weil sie klein, schwach und damit unrentabel seien. Der routinierte Ablauf zeige, dass dieses Vorgehen standardmäßig erfolgt.

Zu der Situation in der Prignitz äußern sich Landkreis und Staatsanwaltschaft.



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