Deichschau : Schutzwälle sind in Top-Zustand

Bewährte Methode: Schafe helfen mit, die Deiche zu pflegen.
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Bewährte Methode: Schafe helfen mit, die Deiche zu pflegen.

Experten nach Besichtigung zufrieden / Am 17. November Baustart in Breese

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07. November 2014, 08:00 Uhr

So gut wie nie zuvor ist die Prignitz vor einem Elbhochwasser geschützt. Das ist das Ergebnis der Deichschau an den zwei zurückliegenden Tagen. Bernd Lindow, Leiter der unteren Wasserbehörde, begründet dies mit der Vielzahl an abgeschlossenen Baumaßnahmen.

Der Abschnitt Scharleuk-Hinzdorf wird in wenigen Tagen übergeben, bereits seit dem Frühjahr ist Zwischendeich-Garsedow fertig. Hinzu kommt der komplette Verlauf der Elbuferpromenade in Wittenberge. Und die zwei wichtigsten Ereignisse stehen noch bevor: „Am 17. November wird der Rehwischdeich in Wittenberge übergeben“, sagt Lindow.

Dieser war beim Hochwasser im Juni 2013 die größte Schwachstelle. Der Deich konnte nur mit großen Material- und Personalaufwand gehalten werden. Ein Bruch hätte katastrophale Folgen gehabt. Verzögerungen beim Bau drohten im Sommer, als eine Fliegerbombe gefunden wurde. „Aber alles wird pünktlich fertig“, freut sich Lindow.

Noch wichtiger ist dieser 17. November für Breese. Das Landesumweltamt beginnt mit dem Deichbau. Damit endet ein jahrzehntelanges Ringen vieler Beteiligter und erstmals bekommt das Dorf einen wirksamen Schutz vor dem Rückstau der Stepenitz. Seit dem Hochwasser 2002 standen mehrfach Häuser unter Wasser.

In einem ersten Schritt wird der Ringdeich zwischen der Straße in Breese und dem Schwarzen Weg gebaut. Mit der Baufirma sei ein schnelles Arbeiten abgesprochen, so dass bestenfalls schon bis zum Frost erste Schichten des Deiches stehen und im Falle eines milden Winters bis zum Frühjahr der Rohbau fertig gestellt werde.

Landrat Torsten Uhe war am Mittwoch persönlich zur Deichschau gekommen und habe ausdrücklich den Mitarbeitern des Landesumweltamtes für ihren enormen Einsatz und für das Einhalten der versprochenen Zeitschienen gedankt, sagt Bernd Lindow.

Diesen Dank erwidert Lindow auch mit Blick auf die Deiche bei Lenzen. Deren Erhaltungszustand sei sehr gut. Verantwortlich dafür ist unter anderem die durch die Behörde koordinierte Schafhaltung. Es gibt noch mehr gute Nachrichten. Die Bauarbeiten am Mitteldeich bei Quitzöbel stehen ebenfalls vor dem Abschluss. Sachsen-Anhalt ist hier federführend. Damit wird die Stelle ausgebessert, an der 2013 in letzter Minute ein Deichbruch verhindert werden konnte, der in ähnlicher Form wenige Tage später in Fischbeck passierte.

Beim Ausblick auf das nächste Jahr kann Bernd Lindow die Reihe der guten Botschaften fortsetzen: In Müggendorf wird eine Gefahrenstelle repariert, im Industriegebiet Süd Wittenberge stehen ebenfalls Sicherungsmaßnahmen an und bei Scharleuk soll Baubeginn in Richtung Bälow sein.

Probleme bereiten Wildschweine zwischen Quitzöbel und Gnevsdorf. Auf beiden Deichseiten wühlen sie das Erdreich auf, die Schäden sind nicht zu übersehen. „Wir haben die Jagdpächter auf das Problem angesprochen, um Unterstützung gebeten“, so Lindow. Sie würden Vergrämungsköder auslegen, wollen ihre Jagd intensivieren.

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