Deichschau bei Lenzen : Schutzanlagen in gutem Zustand

Schafe sind für die Pflege der Deiche wichtig. Allerdings muss auch maschinell gemäht werden.
Schafe sind für die Pflege der Deiche wichtig. Allerdings muss auch maschinell gemäht werden.

Verzögerungen beim Bau von Verteidigungswegen am Eldenburger und Gandower Löcknitzdeich

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17. Mai 2017, 12:00 Uhr

Die rund 40 Kilometer langen Hochwasserschutzanlagen an der Elbe zwischen Wachhaus Wentdorf und Gaarz (Lenzerwische) an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern standen am zweiten Tag der Herbstdeichschau unter besonderer Beobachtung.

Die Prignitzer Deichschaukommission mit Vertretern von Landesumweltamt, Wasser- und Bodenverband, Katastrophenschutz oder der Kreisverwaltung nahm gestern aber auch die Rückstaudeiche an der Löcknitz unter die Lupe. „Die Deiche befinden sich in einem guten Zustand“, zog Falko Dietsch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises nach der Schau in Lenzen ein positives Fazit. Schwachstellen seien keine gefunden worden. „Es gibt auch kaum Wildschäden an den Deichen. Das waren in den Vorjahren deutlich mehr“, so der Hauptsachbearbeiter Wasserwirtschaft weiter. Hier hätten anscheinend die eingeleiteten Vergrämungsmaßnahmen gefruchtet.

Allerdings gibt es durch den schnellen Aufwuchs der Wiesenpflanzen in den vergangenen Tagen Probleme mit der Mahd der Deiche. „Hier ist es wichtig, dass die Koordination mit den Schafbetrieben klappt“, so Falko Dietzsch. Jedoch könnten die Schäfer mit ihren Tieren, gerade jetzt im Frühjahr, nicht überall zur gleichen Zeit sein. Deshalb wird es abschnittsweise erforderlich sein, dass der Wasser- und Bodenverband vormäht. „Bis Pfingsten wollen wir auch die Ortslagen gemäht haben“, verspricht Lysann Jacob, Bereichsingenieurin des Landesamts für Umwelt, als Reaktion auf Beschwerden von Bewohnern einiger Orte in der Lenzerwische bezüglich des hohen Grasstandes.

Zudem informierte sich die Expertenkommission über den Stand der Arbeiten am Ersatzneubau Cumlosener Schöpfwerk. Während hier die Arbeiten im Soll liegen, gibt es witterungsbedingte Verzögerungen beim Bau von Deichverteidigungswegen am Eldenburger und Gandower Löcknitzdeich. Die sollten eigentlich bis März fertig sein. Während die Kosten für den 700 Meter langen Abschnitt bei Gandow rund 200 000 Euro betragen, sind für den in drei Objekte geteilten Eldenburger Deich rund 700 000 Euro veranschlagt. „Wir hoffen, dass wir die Erdbauarbeiten noch im Mai abschließen können“, ist Lysann Jacob optimistisch.
Die Deiche sind also für ein eventuelles Hochwasser gerüstet. Weniger gewappnet ist man im Amt Lenzen-Elbtalaue im Katastrophenfall bezüglich der benötigten Deichläufer. Hier klafft trotz einiger Anstrengungen noch eine Lücke. Interessierte können sich im Lenzener Rathaus, Kellerstraße 4, bei den dafür zuständigen Behörden melden.

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