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Der Prignitzer

22. November 2017 | 06:53 Uhr

Schutz für "grüne Tunnel"

vom

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2012 | 09:58 Uhr

Prignitz | Der Landkreis bekennt sich zum Schutz seiner Alleen. Eigens dafür gibt es ein Alleenkonzept, über dessen aktuellen Stand am Dienstagabend im Werksausschuss der Kreisstraßenmeisterei (KSM) informiert wurde. Werkleiter Günter Stoffers machte deutlich, dass knapp ein Drittel der Prignitzer Kreisstraßen Alleen sind. "312 Kilometer haben wir insgesamt, davon definieren wir 95 Kilometer als Allee", so Stoffers. Dabei stellt die KSM die ansonsten eher allgemein gehaltene Alleendefinition für sich selbst noch einmal klar: "Alleen sind für uns Straßen mit beidseitig stehenden, relativ gleichartigen und gleichaltrigen Bäumen in gleichmäßigem Abstand zum Fahrbahnrand und auch innerhalb der Reihe" erklärte Günter Stoffers. Wichtig ist der Prignitzer Meisterei zudem der wirklich geschlossene Charakter, das heißt die Bäume dürfen nicht mehr als 2,50 Meter vom Fahrbahnrand entfernt stehen.

Von den rund 20 000 Bäumen, die die Kreisstraßen säumen, sind 12 730 Alleebäume. Aufgearbeitet hat die Straßenmeisterei auch das Alter der Prignitzer Alleebäume. So sind rund 4390 mehr als 80 Jahre alt, der Löwenanteil von 11 050 weist ein Alter zwischen etwa 40 und 70 Jahren auf, und rund 4500 Exemplare sind als Jungbäume eingestuft. Günter Stoffers informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass die Meisterei den Alleenbestand künftig noch ein wenig genauer unter die Lupe nehmen werde. "Dabei interessieren uns unter anderem auch die Baumart und die Vitalität der Pflanzen."

Für die Bestandspflege der Alleebäume wendet die KSM im Jahr rund 300 000 Euro auf - insgesamt schlägt die Pflege aller Bäume an den Kreisstraßen mit etwa 420 000 Euro zu Buche. Neupflanzungen sind für die Straßenmeisterei ein großes Thema - nicht nur, was die Alleen angeht. Denn der Ersatz für gefällte Straßenbäume ist zahlenmäßig genau vorgegeben. So müssen beispielsweise für einen Baum, der wegen Straßenausbaumaßnahmen gefällt wurde, mindestens zwei neue Bäume gesetzt werden. Bei Baumfällungen, die sich aufgrund der Verkehrssicherungspflicht erforderlich machen, ist das Verhältnis 1:1 - ein neuer Baum für einen, der weichen musste. Pflanzungen sind überdies notwendig, wenn Flächen in größerem Stil versiegelt werden, "was beispielsweise regelmäßig beim Straßenausbau geschieht", so Stoffers. Für 50 Quadratmeter versiegelter Fläche ist ein Baum zu pflanzen.

Eichenprozessionsspinner mit Erfolg bekämpft

Straßen- und Alleebäumen setzt auch in der Prignitz der Eichenprozessionsspinner zu. Nach den genauen Auswirkungen erkundigte sich Hartmut Schneider (SPD). "In unserem Zuständigkeitsbereich wussten wir von rund 900 befallenen Bäumen. Im Endeffekt sind jedoch rund 2300 Bäume betroffen, wie unsere Nachschau ergab", informierte Günter Stoffers. Die KSM konnte allerdings gute Effekte bei der Bekämpfung des Schädlings erzielen. "Wir haben rechtzeitig im Frühjahr gespritzt, unter anderem im Raum Rühstädt, Gnevsdorf, Bälow, an den Straßen Kletzke-Haaren, Lanz-Wustrow, Stavenow-L 131. In anderen Bereichen wie Mankmuß-Birkholz oder auch in Zichtow wurden die Nester später abgesaugt."

Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im kommenden Jahr gibt es bereits Ausgabenschätzungen: Allein das Spritzen, so Stoffers, würde im Bereich der Kreisstraßenmeisterei 33 000 Euro kosten, "wenn man es - so wie dieses Jahr - vom Boden aus macht. Aus der Luft könnten wir die finanzielle Belastung etwa halbieren, das würde dann nur etwa 17 500 Euro ausmachen", erläuterte der Werkleiter.

"Hörbare" Straßenmarkierungen

Auch was die Verkehrssicherheit angeht, stehen die Alleen im Fokus. Tempolimits sind in den entsprechenden Abschnitten bereits überall markiert. Zudem hat die KSM ein Pilotprojekt zur Straßenmarkierung ausgeschrieben. Auf einer Strecke von 8,6 Kilometern soll zwischen Kletzke und Haaren eine Markierung mit so genannten Agglomeraten erfolgen. Neben einer verbesserten Nachtsichtbarkeit bietet sie mit ihrem Profil künftig auch eine akustische Warnwirkung für Kraftfahrer, wenn die Reifen die Markierung berühren. Das Vorhaben soll noch im Spätsommer umgesetzt werden.

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