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Der Prignitzer

22. Oktober 2017 | 19:40 Uhr

Schulterschluss für den Bau der A 14

vom

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erstellt am 10.Sep.2013 | 05:43 Uhr

Prignitz/Seehausen | Stoßstange an Stoßstange wälzen sich am vergangenen Samstag die Brummis auf der B189 an Seehausen vorbei - begleitet von einem Konzert aus Trillerpfeifen, Applaus und ihren eigenen Hupen. Die Bürgerbewegung Altmark und die Prignitzer Bürgerinitiative für den Bau der A 14 (PRIBA14) haben zur Kundgebung eingeladen, "A 14-Nordverlängerung jetzt" steht auf Plakaten und T-Shirts. Rund 250 Autobahnbefürworter sind da, von den Gegnern keine Spur.

Auf der Sprecherbühne beschwören die Redner, allen voran Stendals Landrat, Carsten Wulfänger, das Heil der schnellen Straßenverbindung zwischen Magdeburg und Schwerin. "Wir sind nach wie vor das größte autobahnfreie Gebiet in Deutschland. Unsere Betriebe brauchen unbedingt die Autobahn, denn die langen Fahrzeiten nach Magdeburg oder nach Norden sind wettbewerbsschädigend", sagt Wulfänger und erntet dafür ebenso Applaus, wie für sein Statement zum erwarteten Wirtschaftsaufschwung: "Immer wenn wir an überregionale Verkehrsströme angeschlossen worden sind - beispielsweise als die Flüsse schiffbar gemacht und als die Eisenbahnlinien und Chausseen gebaut wurden - gab es einen wirtschaftlichen Schub, und das wird auch so sein, wenn die A 14 fertig ist." In der Regel protestierten die Leute gegen Verkehrsprojekte, sagt Wulfänger und führt Stuttgart 21 und den Berliner Flughafen an, hier allerdings stünden die Bürger für den Bau. "Rund 80 Prozent der Bürger wollen die Autobahn", konstatiert er.

Der Prignitzer Landrat Hans Lange betont, in der Prignitz sei die Zustimmung zur Autobahn ähnlich hoch und verwies auf die nicht repräsentative TED-Umfrage des "Prignitzers", bei der sich knapp 80 Prozent der 2782 Anrufer pro A 14 positionierten. Schließlich betont auch er die wirtschaftliche Bedeutung der Autobahn: "Die Zusagen für Neuansiedlungen machen sich ganz klar an der Autobahn fest", sagte er, räumt aber ein, dass die Gegner des Baus garantiert auf Zeit spielen würden. "Und das ist Zeit, die uns fehlen wird in unserer Entwicklung."

Wie dehnbar der Begriff Zeit in Bezug auf Großprojekte ist, zeigt der aktuelle Stand der Planungs- und Bauarbeiten. Bei der Unterzeichnung des Vertrages über den A 14-Bau zwischen Bund und Ländern am 20. Juni 2007 war die Verkehrsfreigabe einzelner Abschnitte für 2015, eine durchgängige Befahrbarkeit ab 2020 avisiert. Auf "Prignitzer"-Anfrage haben die Verkehrsministerien von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern den aktuellen Sachstand zum Bau der A 14 zusammengestellt:

Mecklenburg-Vorpommern

A 24 - Ludwigslust Süd: Seit dem 30. Oktober 2012 wird hier gebaut. Der Abschnitt wird mit maximal 68 Millionen Euro an EU-Mitteln gefördert, die Verkehrsfreigabe ist für Mitte 2015 geplant.

Ludwigslust Süd - Landesgrenze Brandenburg:

Der Planfeststellungsbeschluss für diesen Abschnitt erging am 23. November 2012 und ist seit Ende Januar 2013 rechtskräftig.

Brandenburg

AS Karstädt - Landesgrenze MV: Seit Herbst 2012 laufen vorgezogene ökologische Ausgleichsmaßnahmen, Arbeiten zur Baufeldfreimachung (Rodung und archäologische Untersuchungen). Der Bau der Löcknitzquerung ist beauftragt, die Ausführungsplanungen für die Bauwerke beginnen ab sofort. Baubeginn ist im Herbst 2013, der Strecken ist im Vergabeverfahren. Die Finanzierung des Abschnittes wird von der EU mit Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

AS Wittenberge - AS Karstädt: Der Abschnitt ist derzeit im Planfeststellungsverfahren. Der BUND forderte eine Alternativenprüfung aufgrund naturschutzrechtlicher Verstöße der ursprünglichen Planungsvariante. Derzeit ist offen, welche Trassenvariante schließlich gebaut werden kann.

AS Wittenberge - Landesgrenze S-A:

Auch für diesen Abschnitt läuft das Planfeststellungsverfahren seit. Der Planfeststellungsbeschluss wird im Frühjahr 2014 erwartet. Die Kosten betragen rund 46,1 Millionen Euro.

Sachsen-Anhalt

Landesgrenze BB - AS Seehausen: Das Planfeststellungsverfahren läuft hier seit Januar 2010, Ende 2012 wurden geänderte Planunterlagen ausgelegt.

AS Seehausen - AS Osterburg: Aktuell werden für diesen Abschnitt die Planfeststellungsunterlagen vorbereitet.

AS Osterburg - AS Uenglingen - AS Lüderitz: Die entsprechenden Planunterlagen lagen öffentlich aus, die Einspruchsfrist ist abgelaufen.

AS Lüderitz - Dolle: Das Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen. Es gibt drei Klagen gegen den Beschluss beim Bundesverwaltungsgericht. Mit den Urteilen wird im Frühjahr 2014 gerechnet. Aktuell laufen Vorbereitungsarbeiten.

Dolle - Colbitz: Die Planfeststellung wurde mit Beschluss vom 20. Dezember 2012 abgeschlossen. Es liegt eine Klage des BUND beim BverwG vor.

Colbitz - AS Wolmirstedt:

Seit 30. November 2011 ist dieser Abschnitt im Bau, 2014 soll der Verkehr rollen. Gegenwärtig werden schwere Erdbauarbeiten in der Trasse durchgeführt. Hinzu kommen Maßnahmen zur Bodenstabilisierung. Die Kosten von 49 Mio. Euro werden durch die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mitfinanziert.

AS Wolmirstedt - AS Dahlenwarsleben: Auch hier ist das Planfeststellungsverfahren beendet und die Einwendungsfrist abgelaufen.

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