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Der Prignitzer

23. November 2017 | 06:40 Uhr

Schulstandorte nicht akut gefährdet

vom

svz.de von
erstellt am 01.Nov.2011 | 10:04 Uhr

Prignitz | Über die Zukunft der Schulen diskutierte gestern Abend der Schul- und Kulturausschuss des Kreistages. Auf seiner Sitzung im Gymnasium Wittenberge befasste er sich mit der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes für die Jahre 2012 bis 2017. Es gibt "Wackelkandidaten" - im Großen und Ganzen aber gestaltet sich die Situation stabil.

Als gesichert stabil gelten im Bereich der Grundschulen die Standorte in den drei größeren Städten, Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk, außerdem die in Karstädt, Breese, Bad Wilsnack, Glöwen, Groß Pankow, Putlitz, Kleinow, Meyenburg und Demerthin. Als bedingt gesichert wird in der Vorlage der Verwaltung Groß Warnow eingestuft. Vorbehaltlich der Genehmigung durch das Staatliche Schulamt wird es an dieser Kleinen Grundschule erforderlich machen, dass Klassen unterhalb des unteren Wertes der vom Land vorgegebenen Bandbreite gebildet werden bzw. dass man jahrgangsübergreifende Klassen einrichtet. Die Gemeinde Karstädt investierte in das Schulgebäude und die Sporthalle. Damit, so der Verwaltungsentwurf, dokumentiere sie ihre Entscheidung für den Erhalt der Schule.

Veränderungen kommen bis 2017 möglicherweise auf die Grundschul standorte Lanz und Lenzen zu. Als mögliche Option zur Erhaltung der Schulen - bei sinkenden Schülerzahlen - wird die Aufteilung der Jahrgangsstufen 1 bis 6 auf beide Standorte vorgeschlagen. Die Entscheidung darüber obliege jedoch dem Träger, und das sei der Schulverband Lenzen, so Barbara Nieß, Sachbereichsleiterin für Schulverwaltung, Kultur und Sport beim Landkreis.

Als gefährdet gilt die Grundschule Berge. Der Schulträger, das Amt Putlitz-Berge, stellte einen Antrag auf Weiterführung als Kleine Grundschule.

Die Klassenstufen 7 bis 10 - die Sekundarstufe I - findet sich in der Planfortschreibung annähernd durchweg als sichere Bank wieder. Lediglich für die Oberschule Glöwen wird im Schulentwicklungsplan keine Tendenz formuliert. Im Oktober 2007 erhielt die Bildungseinrichtung vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport eine Ausnahmegenehmigung zur Unterschreitung der Mindestschülerzahlen. Der damalige brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht machte die Zusage, dass einige wenige Schulen im ländlichen Raum mit 30 statt wie bisher mit 40 Schülern eine Sekundarstufe I einrichten können und verwies in diesem Zusammenhang auf das besondere Profil dieser Schulen, die sich durch Alleinstellungsmerkmale auszeichnen.

In der Prognose der Schülerzahlen liegt Glöwen in allen Schuljahren unter der Marke von 40. Diese relativ niedrig angesetzte Voraussage resultiere ganz einfach daraus, "dass wir nur den originären Einzugsbereich der Schule betrachten können", so Nieß. Es gebe aber die freie Schulwahl, und die führte beispielsweise im aktuellen Schuljahr in den Klassenstufe 7 dazu, dass viele Schüler, die eigentlich an die Kyritzer Oberschule hätten gehen sollen, sich stattdessen für Glöwen entschieden. Die Gemeinde Plattenburg als Schulträger, so Barbara Nieß, habe die Forderung formuliert, den Standort als stabil einzustufen.

Als gesichert gelten für die Zeit bis 2017 die drei Gymnasien im Landkreis. Für das berufliche Gymnasium am Oberstufenzentrum Prignitz in Wittenberge, wo Schüler im Gegensatz zu den Gymnasien nicht im 12., sondern im 13. Jahr das Abitur ablegen, schätzt die Verwaltung ein, dass die demografische Entwicklung dazu führen kann, dass die Mindestschülerzahl für die Einrichtung eines 11. Jahrgangs nicht durchgängig erreicht wird. Um das 13-jährige Abitur in der Region auch künftig anbieten zu können, sollen Sonderregelungen greifen.

Was die Förderschulen betrifft, zeichnet der Plan ein differenziertes Bild. Als gesichert wird lediglich der Standort Pritzwalk eingestuft. Als bedingt gesichert gilt die "Schule an der Stepenitz" in Perleberg, als gefährdet der Standort Wittenberge. Es gibt die Idee, perspektivisch ein "Förderzentrum Prignitz" einzurichten. "Das könnte eine Lösung sein, um den Förderunterricht mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt ,Lernen für die Schüler auch künftig wohnortnah zu organisieren", sagt Barbara Nieß.

Angesprochen auf das Thema "Inklusion", als die Integration förderbedürftiger Kinder an Regelschulen, unterstrich Nieß im Gespräch mit dem "Prignitzer", dass man nie alle Kinder an anderen Schulen aufnehmen können wird und schließlich auch in diesem Bereich die Wünsche der Eltern zu berücksichtigen seien. "Man muss neue Formen finden, um mit diesem Bildungsangebot vor Ort zu sein", so Nieß.

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