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Der Prignitzer

24. November 2017 | 12:26 Uhr

Schulsport vertreibt die Leichtathleten

vom

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erstellt am 10.Aug.2012 | 09:01 Uhr

Perleberg | Ramona Bahl ist besorgt, sehr besorgt sogar. Die Chefin der Leichtathletik-Abteilung beim SSV Einheit Perleberg fürchtet, um die Früchte der bisher sehr erfolgreichen Nachwuchsarbeit im Verein gebracht zu werden. Denn seit Beginn des neuen Schuljahres gilt ein neuer Belegungsplan für die Perleberger Rolandhalle. Und da sehen sich die Sportler benachteiligt.

"Seit der Halleneröffnung hatten wir immer die selbe Trainingszeit: freitags von 14.30 bis 16 Uhr. Nun hat das Gymnasium die Halle alle 14 Tage Freitagnachmittags für sich gebucht. Deshalb, dürfen wir nur noch jede zweite Woche zur gewohnten Zeit in die Halle. Dabei steht die Rolandhalle nach meiner Kenntnis vormittags mehrfach für einige Stunden leer", erklärt Ramona Bahl die Sachlage. Erste Gespräche mit der Leitung des Arnold-Gymnasium seien ergebnislos geblieben.

Der Gesetzmäßigkeit, dass bei der Hallennutzung der Schulsport vor dem Vereinssport geht, sind sich die Perleberger Leichtathleten durchaus bewusst. Trotzdem hoffen sie auf ein Einlenken der Entscheidungsträger. "Rund 50 Kinder, vom Vorschulalter bis zu zwölf Jahren, trainieren unter der Leitung von Patrizia Lange bei uns. Hinzu kommen etwa 20 Jugendliche. Patrizia studiert in Potsdam, kann das Training deshalb aber nur freitags leiten", sagt Ramona Bahl und schüttelt wegen der unerwartet aufgekommenen Hallenproblematik den Kopf.

"Wir müssen ein regelmäßiges Training anbieten, damit die Jüngsten nicht das Interesse an unserem Sport verlieren. Wir können sie doch nicht einfach wieder auf die Straße schicken. Außerdem laufen wir ernsthaft Gefahr, unseren Status als Landesleistungs stützpunkt zu verlieren. Denn bei uns werden Leichtathletik-Talente gesichtet und gefördert. Stellen wir wegen mangelnder Trainingsmöglichkeiten keine oder zu wenige Kaderathleten im Landesverband, verlieren wir diesen Status und damit die Förderung durch den Landessportbund."

Schon aus den genannten Gründen suchten die Vertreter des SSV am vergangenen Donnerstag das Gespräch mit dem Gymnasium und dem Landkreis, vertreten durch Sven Dahnke. Ergebnis: Die Sportler dürfen am vom Gymnasium beanspruchten Freitag nun 15 Minuten früher in die Rolandhalle. Von 15 bis 16 Uhr.

"Der Landkreis hat sich sehr bemüht, im Gespräch mit dem Schulamt und dem Perleberger Gymnasium eine Lösung zu finden und die Situation für uns zu verbessern", sagt SSV-Trainer Toralf Jastram. "Trotzdem sind wir irritiert, weil sich an der Sache an sich nicht grundsätzlich etwas geändert hat." Denn immerhin fehlt den Sportlern 14-tägig eine halbe Stunde Trainingszeit. Und auch Jastram weiß als ehemaliger Leistungssportler, wie enorm wichtig ein regelmäßiges Training für jeden Athleten ist.

Veit Goralczyk-Pehl, Schulleiter des Perleberger Gymnasium, ist des Themas leid und beruft sich auf den Bildungsauftrag: "Wir sind schon auf die Sportler zugegangen, haben die Zugeständnisse gemacht, die möglich sind. Mehr möchte ich zu diesem Thema eigentlich nicht mehr sagen." Gegenüber dem "Prignitzer" erklärte er aber, dass das Gymnasium nur in diesem Schuljahr die Halle 14-tägig am Freitagnachmittag nutzen will.

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