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Busfahrplan Karstädt : Schulleiterin schlägt Alarm

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neuer Busfahrplanentwurf bereitet in Karstädt und Groß Warnow große Sorgen

von
erstellt am 14.Mai.2016 | 04:45 Uhr

„Für mich ist es unerklärlich, was man unseren Kindern zumutet. Wenn solche Entscheidungen getroffen werden, sollte die Basis miteinbezogen werden“, machte der Vorsitzende der Gemeindevertretung Karstädt, Jürgen Ditten, seinem Unmut Luft. Ihm , genauso wie den anderen Abgeordneten, fiel die Kinnlade herunter, nachdem Karstädts Schulleiterin Ute Wonneberger die erheblichen Probleme mit dem neuen Busfahrplan ab kommendem Schuljahr dargestellt hatte. Wie „Der Prignitzer“ berichtet hatte, hatte der Landkreis den Busverkehr europaweit neu ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam die Bietergemeinschaft Regionalbus Zwickau GmbH und die Regionalverkehr Bitterfeld-Wolfen GmbH. Sie ist somit künftig auch für den Schulbusverkehr zuständig.

Und der derzeit vorliegende Fahrplanentwurf ist in einigen Punkten für die Schulleiterin Ute Wonneberger nicht akzeptabel. Besonders hart soll es die verlässliche Halbtagsgrundschule in Groß Warnow treffen. „Ich bin den Plan mehrmals durchgegangen, ich habe aber keinen Bus gefunden, der am Nachmittag fährt“, erklärte Ute Wonneberger. Sie habe schon nach dem ersten Schreiben darauf hingewiesen, dass in Groß Warnow nachmittags ein Bus fahren muss. Sie habe damals ein Zeitfenster von 15.30 bis 16.30 Uhr angegeben. Als verlässliche Halbtagsgrundschule werden die Mädchen und Jungen nach der Schulzeit im Hort betreut.

Auch in Karstädt wird es mit dem ab August derzeit vorliegenden Fahrplan Probleme geben. Große Sorgen bereitet der Schulleiterin dabei die Linie 971, die Blüthen, Klockow, Strehlen und Waterloo anfährt. Der Bus ist bereits um 7.12 Uhr in Karstädt. Die anderen Busse kommen um 7.40 Uhr an. Die Schule beginnt um 7.45 Uhr. „Damit können wir jetzt leben. Der Bus aus Blüthen sollte ja schon um 7.02 Uhr in Karstädt sein“, berichtete Ute Wonneberger. Doch die Rücktour soll erst um 12.28 Uhr starten, Schulschluss ist um 11.30 Uhr. „Wir als Lehrkräfte haben die Pflicht, eine halbe Stunde vor Schulbeginn und eine halbe Stunde nach Schulschluss Aufsicht zu führen“, erklärt sie. Wer beaufsichtige die Kinder dann?

Und nach der „siebten Stunde fährt kein Bus mehr von Karstädt. Ich muss aber, da wir eine 31-Stunden-Woche haben, einen Tag eine siebte Stunde geben. Bislang konnten wir uns mit dem Busunternehmen auf einen Tag einigen“, so die Karstädterin.

Die Abgeordneten waren sich einig, dass dies ein Unding sei. „Dem Busunternehmer kann man ja noch nicht mal einen Vorwurf machen, er hält sich an die Ausschreibung. Der Kreis will nur Kosten sparen“, so Gemeindevertreter Wolfgang Franzki.

Bürgermeister Udo Staeck reagierte sofort, ließ sich die Unterlagen von Ute Wonneberger geben und übergab gleich gestern Landrat Torsten Uhe alles. In der kommunalen Arbeitsgruppe, die gestern tagte, trug er auch die Bedenken vor. Staeck weiß, dass nicht nur Karstädt Probleme mit den neuen Fahrplänen hat. „Einige haben das schon geregelt. Es soll aber nachmittags von Groß Warnow einen Bus gegeben, das werden wir klären“, so das Gemeindeoberhaupt gegenüber dem „Prignitzer“, der Bauamtsleiter Christian Gadow damit beauftragt hat. Die Zeit dränge, das Land muss den Fahrplan ja absegnen.  

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