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Der Prignitzer

21. August 2017 | 18:03 Uhr

Lenzen : Schullandheim muss schließen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einrichtung in Lenzen wird im Herbst geschlossen. Die Küche kocht derzeit gut 300 Mittagessen für Kinder, aber auch Privatpersonen

Nun also doch: Das Schullandheim in Lenzen steht vor dem Aus. Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Gerüchte um die Schließung der idyllisch am Rudower See gelegenen Jugend- und Freizeiteinrichtung die Runde machten, scheint das Ende nun unvermeidlich.

„Der Verein Kinderland Elbtalaue e. V. hat auf seiner letzten Mitgliederversammlung beschlossen, sich zum 31. Oktober dieses Jahres aufzulösen und den Geschäftsbetrieb des Schullandheimes aufzugeben“, bestätigt Manuela Rumsch, Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins. Den vier Angestellten und zwei Saisonkräften werde gekündigt. Von einer Insolvenz könne aber keine Rede sein.

Noch vor einem halben Jahr hatte die „Finanzerin“ die drohende Schließung in einem Gespräch mit dem „Prignitzer“ dementiert. Damals wurde nur bestätigt, dass die Mitarbeiter der gepachteten Einrichtung aus Kostenersparnisgründen über die Wintermonate von den Arbeitszeitstunden her heruntergesetzt wurden, weil die Nachfrage in dieser Zeit ja nicht so groß sei. Warum nun die Kehrtwende? „Die Einnahmen decken nicht mehr die laufenden Kosten, der Betrieb rechnet sich nicht mehr“, sagt Manuela Rumsch und macht dafür auch die Einführung des Mindestlohns mitverantwortlich.

Außerdem seien die Buchungszahlen rückläufig. 6500 Übernachtungen im Jahr 2008 stehen in diesem Geschäftsjahr bisher nur rund 3300 angemeldeten Besuchern gegenüber. Zu wenig für einen wirtschaftlichen Betrieb. „Wir haben es uns mit der Geschäftsaufgabe nicht einfach gemacht, können den Betrieb aber nicht mehr stemmen“, sagt Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Vereins. Schon seit der Übernahme des Geländes von der Betriebsgesellschaft Schullandheim mbH vor zehn Jahren musste die Geschäftsleitung des Vereins hart kalkulieren.

Auswirkungen hat die bevorstehende Schließung aber auch auf die Essensversorgung durch die hauseigene Küche des Schullandheimes. Neben dem Mittagstisch für jedermann liefern die Mitarbeiter durchschnittlich 250 Portionen pro Tag an die Schulen und Kindertagesstätten in Lenzen und Lanz, an Firmen oder Privatpersonen aus. Vor allem für die Betreuungs- und Bildungseinrichtungen bedeutet dies, dass sie sich ab dem 1. November voraussichtlich einen neuen Lieferanten suchen müssen.

Christian Steinkopf, Manuela Rumsch und die Eigentümerin des Schullandheimgeländes, die Betriebsgesellschaft der Rinderzucht Lanz-Lenzen AG, haben die Hoffnung auf einen reibungslosen Weiterbetrieb der Jugend- und Freizeiteinrichtung ab November noch nicht ganz aufgegeben. So hat ein aus der Region stammender Mann bereits sein Interesse an der Übernahme des Schullandheimes bekundet. Allerdings müsse der noch in einem Arbeitsverhältnis stehende Bewerber einige finanzielle Hürden meistern. Derzeit sei seine Liquidität nicht gegeben.


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erstellt am 21.Mai.2016 | 04:45 Uhr

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