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Perleberg : Schulbus lässt Zwölfjährigen stehen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mutter empört, Verkehrsgesellschaft betont Rechtmäßigkeit

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Nadin Köhler ist immer noch fassungslos. „Der Busfahrer hat meinen Sohn einfach stehen gelassen, weil er seinen Fahrausweis nicht dabei hatte.“ Der zwölfjährige Janiek wohnt in Quitzow und besucht die Oberschule in Perleberg. An besagtem Montag hatte seine Mutter ihn morgens mit zur Schule genommen, so dass es ihm erst nachmittags, als er in den Bus einsteigen wollte, auffiel, dass er den Fahrausweis vergessen hatte. Sich noch schnell eine Bestätigung im Schulsekretariat ausstellen zu lassen, dafür war es zu spät. Zumal Janiek an der Haltestelle der Schollschule wartete. „Er hatte sich hier mit seinem Freund getroffen, um gemeinsam Hausaufgaben zu machen“, berichtet Nadin Köhler. „Unter dem Gelächter der anderen Schüler musste er aussteigen, der Bus der Verkehrsbetriebe fuhr ohne ihn ab.“ Weder Geld dabei noch ein Handy, so machte sich Janiek zu Fuß auf den Weg Richtung Quitzow, „auf dem Rücken den schweren Ranzen“. „Glücklicherweise sah eine Freundin von mir meinen Sohn unterwegs und nahm ihn mit“, erzählt die Quitzowerin.

Das Handeln des Busfahrers könne sie nicht verstehen und habe ein solches bei einem anderen Busfahrer noch nie erlebt. „Er hätte doch einfach fordern können, dass mein Sohn am nächsten Tag bezahlt.“

Nadin Köhler wandte sich an die Verkehrsgesellschaft Prignitz. Zur Antwort bekam sie: So seien nun mal die Vorschriften.

Karin Jansen, Handlungsbevollmächtigte für die Verkehrsgesellschaft Prignitz, bestätigte dies auf Nachfrage des „Prignitzers“. Der Fahrer habe sich korrekt verhalten. Schüler der 1. bis 3. Klasse werden generell mitgenommen, alle anderen müssen im Bus bezahlen, wenn sie ihren Ausweis vergessen, verloren und keine Bestätigung von der Schule haben. Das sei auch den Eltern bekannt.

In dem Alter sei es eigentlich normal, dass die Kinder etwas Kleingeld dabei haben und wenn nicht, „dann sollte man einfach den Fahrer ansprechen“. „Gewiss findet sich eine Möglichkeit, dass die Mutter angerufen wird“, so Karin Jansen. Den Busfahrer konnte sie nicht befragen, da er sich derzeit im Ausland befinde.  

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