Zusammenlegung von Hort und Schule in Bad Wilsnack : Schulanbau soll Platznot lösen

Auf diesem Areal könnte der Anbau platziert werden.
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Auf diesem Areal könnte der Anbau platziert werden.

In Bad Wilsnack soll ein Dreigeschosser entstehen / Der Preis ist noch fraglich

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20. Juni 2016, 21:00 Uhr

Die Elbtalgrundschule in der Dr.-Wilhelm-Harnisch-Straße soll erweitert werden. Weil der Hort auch in dem Gebäude untergebracht werden wird, ist ein dreigeschossiger Anbau – Keller plus zwei Etagen – mit einer Gesamtgröße von 405 Quadratmetern nötig. Die entsprechenden Pläne stellte der Perleberger Architekt Klaus Röpke kürzlich den Mitgliedern des Bildungsausschusses vor.

Das Haus, in dem der Hort „Wirbelwind“ bisher untergebracht ist, ist in einem baulich schlechten Zustand, so dass die Stadtverordneten beschlossen, Hort und Grundschule unter einem Dach zusammenzufassen. „Wir haben mit der Hortleitung gesprochen. Wir können einige Räume zusammen nutzen, aber es fehlen definitiv zwei Klassenräume“, schilderte Schulleiterin Sabine Zander den Bildungsausschussmitgliedern noch einmal das Problem.

Diese fehlenden Zimmer sollen im Anbau geschaffen werden sowie ein Vorbereitungsraum. Außerdem werden auch Kellerräume benötigt. „Der Keller wird 1,50 Meter aus dem Boden herauskommen und mit Fenstern versehen“, so Klaus Röpke. Der Neubau soll über einen gesonderten Zugang verfügen. „Es werden geringe Umbaumaßnahmen im jetzigen Erdgeschoss nötig. Der Baukörper wird sich der bestehenden Außenansicht anpassen, Raumhöhen und Fenstergestaltung werden übernommen damit ein einheitliches Bild entsteht.“ Heizungs- und Wasserleitungen könnten mit geringem Aufwand aus dem alten Bau weitergeführt werden. Dem Hort werden im alten Schulhaus insgesamt neun Räume für 75 Kinder zur Verfügung stehen. „Das ist ausreichend. In den nächsten vier, fünf Jahren werden wir bei dieser Zahl an Kindern bleiben“, sagte Hortleiterin Petra Korth auf Redaktionsanfrage.

Doch bevor die Arbeiten beginnen können, müssen die Stadtverordneten am 6. Juli ihr Einverständnis erteilen. Danach folgt die Ausschreibungsphase. Bestenfalls kann der Bau zum Schuljahr 2017/2018 fertig sein. Da die Idee noch in den Kinderschuhen steckt, halten sich die Beteiligten bei den Kostenangaben noch zurück. Architekt Klaus Röpke nannte im Bildungsausschuss zwar keine konkrete Summe, aber zumindest eine Berechnungsgrundlage. „Pro Etage haben wir 135 Quadratmeter, insgesamt also 405. Ich habe 950 Euro pro Quadratmeter zugrunde gelegt, bei einem Eigenheim sind es etwa 1300 Euro.“ Das würde bedeuten, dass der Anbau um die 386 000 Euro kosten könnte. Röpke wollte die Summe auf Anfrage nicht kommentieren. Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann machte deutlich, „dass die Sanierung des Hortgebäudes deutlich teurer wäre als der Neubau“. „Der Verkauf des alten Horts wird die Kosten für den Anbau nicht aufwiegen. Außerdem zahlt die Kirche nicht in bar, sondern es geht auch über Flächenaustausch. Da müssen wir mit offenen Karten spielen.“ Deshalb sollte auch geprüft werden, ob Fördermittel beantragt werden können, regte Ordnungsamtschef Gerald Neu an.

Laut Pfarrer Daniel Feldmann, der auch stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Prignitz ist, laufen die Verhandlungen über den Immobilienkauf. „Nach Schätzungen liegt der Wert des Hauses bei 125 000 Euro.“ Feldmann erklärte mit Verweis auf die Kosten, dass die Kirche nicht das ganze Gebäude umfassend sanieren könnte. Denkbar sei, dass das Diakonische Werk einzieht, denn es wolle sich vergrößern. Außerdem sind Büroräume geplant.

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