Vorerst gute Aussichten : Schülerzahlen steigen an

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Vorübergehender Trend bringt den Schulen bis 2022 Sicherheit / Langfristig nimmt Zahl der Kinder rapide ab

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07. Juni 2017, 21:00 Uhr

Mit Ausnahme der Oberschule Glöwen ist keine weitere Prignitzer Schule bis ins Jahr 2022 im Bestand bedroht. Das geht aus dem aktuellen Schulentwicklungsplan hervor, den die Kreisverwaltung jüngst den Abgeordneten im Schulausschuss präsentierte. Geschäftsbereichsleiterin Danuta Schönhardt sprach von „ruhigem Fahrwasser“ und guten Standorten, an deren stabiler Situation sich aus heutiger Sicht vorerst nichts ändern sollte.

Die andere Situation für Glöwen ergibt sich aus den zu geringen Anmeldezahlen für die neuen siebenten Klassen. Zum kommenden Schuljahr wird nur eine eröffnet werden, das Bildungsministerium erteilte dafür eine Ausnahmegenehmigung. Laut Prognose werden auch in den nächsten Jahren die Schülerzahlen für reguläre Klassen ab der Jahrgangsstufe 7 nicht ausreichen, die Schule ist damit gefährdet (wir berichteten).

Die drei Oberschulen in den Städten Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk hingegen haben Planungssicherheit. Sie erwarten deutlich mehr als 70 und in Pritzwalk gar mehr als 100 Schüler in den kommenden siebenten Klassen.

Gleiches gilt für die drei Gymnasien im Landkreis. Wittenberge kann sich in der Prognose auf die meisten neuen Schüler ab der siebenten klasse freuen, teils werden bis zu 90 Anmeldungen vorausgesagt. In den beiden anderen Städten liegt die Zahl stabil und deutlich über 70.

Auch die Grundschulstandorte können aufatmen. Waren im letzten Schulentwicklungsplan noch Berge und Lanz bzw. Lenzen perspektivisch gefährdet, gelten sie jetzt als gesichert. In Lenzen wäre mit nur zehn Einschülern zum kommenden Schuljahr ein Tiefpunkt erreicht, in den Folgejahren werden rund 15 Einschüler erwartet.

Etwas kritischer fällt die Prognose für die benachbarte Schule in Lanz, beide in Trägerschaft des Schulverbandes Lenzen-Elbtalaue, aus: Bis 2019 je zehn Einschüler, danach sinkt ihre Zahl auf sieben bzw. sechs. In Berge steigt die Zahl hingegen wieder auf 15 Abc-Schützen ab dem Schuljahr 2020/21 an. In allen drei Schulen werden Klassenverbände gebildet, so dass jahrgangsübergreifend unterrichtet wird.

Andere Grundschulstandorte können noch entspannter planen. So sollen zum Ende des Prognosezeitraums in Groß Pankow wieder 38 Kinder eingeschult werden und in Putlitz 26. In Breese schwanken die Zahlen zwischen zehn und 20.

Grundlage für die guten Prognosen ist die stabilisierte und wieder ansteigende Zahl der Schüler. Nach einem teils rasantem Abwärtstrend ab dem Jahr 2007 wurde mit dem Schuljahr 2014/2015 ein Wendepunkt erreicht. Seitdem nimmt die Zahl der Schüler wieder zu, sie liegt aktuell bei 6400 und soll bis 2022 auf 6638 steigen.

Mit ein Grund für diese Entwicklung sind die im Landkreis lebenden Flüchtlinge, erklärte Danuta Schönhardt. Zugleich sei das aber auch ein Unsicherheitsfaktor in der Prognose. Die Erfahrung zeige, dass viele Familien in Großstädte ziehen möchten und, dass es innerhalb des Kreises eine deutliche Tendenz in Richtung Wittenberge und Perleberg gibt. Damit lässt sich schwer voraussagen, ob die jetzt in der Statistik geführten Kinder tatsächlich Schulen in der Prignitz besuchen werden und, ob sie auf den Dörfern eingeschult werden.

Beim Blick auf die langfristige Bevölkerungsprognose zeigt sich, dass die kommenden Jahre nur ein Zwischenhoch markieren, siehe Grafiken des Landkreises unten. Ab 2021 wird die Zahl der Sechs- bis unter Zwölfjährigen im Kreis wieder sinken von jetzt rund 3200 auf 2700 im Jahr 2030.

Noch deutlicher wird die Tendenz bei den unter Sechsjährigen. Ihre Zahl rutscht schon 2020 unter 3000 und liegt im Jahr 2030 nur noch bei rund 2400.

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