Hoffmanns Hotel in Perleberg : Schritt für Schritt zurück ins Leben

Dauerbaustelle Hoffmanns Hotel: Hinter Gerüst und Planen wird fleißig an der Sicherung des Gebäudes gearbeitet.
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Dauerbaustelle Hoffmanns Hotel: Hinter Gerüst und Planen wird fleißig an der Sicherung des Gebäudes gearbeitet.

Vier Jahre nach dem verheerenden Brand gibt es für Hoffmanns Hotel erste kleine Erfolgsmeldungen und vorsichtig optimistische Prognosen

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17. März 2014, 22:00 Uhr

Die Bauarbeiten des seit Längerem mit Gerüsten und Folien umhüllten Hoffmanns Hotels in der Straße Am Hohen Ende gehen voran – in kleinen, aber erkennbaren Schritten. Nach wie vor liege der Fokus auf dem Erhalt des historischen Gebäudeensembles und der Sicherung der Substanz, beginnend mit dem Abdichten der Dächer, erläutert der betreuende Architekt Stefan Kunzemann im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Ein sicheres Dach habe inzwischen die Remise. Dadurch habe man die Hofsituation retten können. Erklärtes Ziel sei dies auch für Bühne und Bühnenhaus, die sich dem Saal anschließen. Sie sollen nicht abgerissen werden. „Damit wird die weitere Auflösung der Gasse An der Mauer gestoppt“, macht Stefan Kunzemann deutlich. Die Wände des Saales, der einen wundervollen Blick über die Stadt eröffnet, konnten bereits im vergangenen Jahr vor dem endgültigen Verfall bewahrt werde.

Mit diesem ganz besonderen Ort – dem Saal von Hoffmanns Hotel – beschäftigt sich im Übrigen die Bachelor-Arbeit des Wittenberger Architekturstudenten Markus Schmal. Auch der Vorsaal, von dem aus man in den Saal hineinschauen konnte, und der früher u. a. für Kinovorführungen genutzt wurde, beschäftigt den Architekten, ebenso wie Mitstreiter der AG Stadtgestaltung, die sich seit Jahren für die Erhaltung des gesamten Objektes stark machen.

Stefan Kunzemann räumt ein, dass die Nutzungsideen, die es für alle Räume perspektivisch gebe, optimistisch gedacht seien. „Wir sind Optimisten. Nur so kann man aus unserer Sicht Stadtentwicklung machen“, meint der Architekt. Was die eingangs erwähnte Remise angeht, gibt es bereits Grund zum Optimismus. Eine Mieterin sei für diese Räumlichkeiten bereits konkret gebunden, ein weiterer Interessent stehe auf der Matte. Die ursprünglich als Wohnraum dienenden Gebäudeteile, die durch den Brand und die Löscharbeiten arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, seien inzwischen wieder zur Wohnnutzung geeignet, so Kunzemann.

Die Sicherung des historischen Gemäuers wird aus Fördermitteln des Programms SSE (Sanierung, Sicherung und Erwerb von Altbauimmobilien) im Rahmen des Stadtumbaus Ost bezahlt. 300 000 Euro umfasst die Förderung, gut ein Drittel sei verbaut, sagt Stefan Kunzemann. Auf der Einhaltung des Kostenrahmens liegt eines seiner Hauptaugenmerke. Letztendlich könne aus diesen Mitteln nur Dach und Fassade fachmännisch hergerichtet werden. Für die komplette Sanierung reiche es bei weitem nicht aus. „Technisch und von der Bausubstanz her ist der Erhalt auf jeden Fall möglich“, unterstreicht der Fachmann. Auf eine genaue Zeitschiene, wann was fertig ist, will und kann er sich nicht festlegen. Ein wichtiges Etappenziel sei jedoch die möglichst zeitnahe Herrichtung der Vorderansicht. „Von außen soll es schön aussehen, mit einem frischen Anstrich versehen werden. Und das möchten wir auf jeden Fall noch in diesem Jahr schaffen“, so Kunzemann.

Perleberger und Vereine im Umfeld der AG Stadtgestaltung begleiten die Aktivitäten wohlwollend, wünschen sich ebenfalls, dass dem altehrwürdigen Haus irgendwann wieder Leben eingehaucht wird. „Ich habe hier im Saal meine ersten Tanzschritte gemacht, mit sieben Jahren, damals noch in Holzpantoffeln“, erzählte Vera Kohls aus Perleberg am vergangenen Freitag bei einer gemeinsamen Aktion der AG mit backstadt.de. „Man kann es eben einfach nicht neu bauen“, ergänzt Stefan Kunzemann.

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