Positive Signale in Perleberg : Schollschulanbau nicht ad acta

Die Grundschule „Geschwister Scholl“. Der Platz hier reicht längst nicht mehr.
Die Grundschule „Geschwister Scholl“. Der Platz hier reicht längst nicht mehr.

Noch im Februar sollen Architekt und Statiker feststehen/ Fertigstellung frühestens Ende 2019 wenn alles gut laufe

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14. Februar 2018, 12:00 Uhr

Merklich still ist es geworden um den Anbau in der Grundschule „Geschwister Scholl“, hat man zumindest den Eindruck. Doch dieser täusche. Hinter den Kulissen tue sich schon einiges, betont Bauamtsleiter Hagen Boddin. Konkret baue man darauf, dass für das rund drei Millionen Euro teure Projekt Fördermittel der EU fließen. Bei einer derartigen Summe müsse nach Bundes- und EU-Recht ein so genanntes genormtes Vergabeverfahren durchgeführt werden. Ein solches laufe derzeit, stehe kurz vor dem Abschluss. Boddin rechnet damit, dass im Laufe des Monats Architekt und Statiker feststehen, die dann damit beauftragt werden, die eigentliche Entwurfsplanung einschließlich Kostenberechnung für den Anbau an der Schollschule zu erstellen. Das sei Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln. Um finanziell schon im Vorfeld möglichst alle Ecken und Kanten abgecheckt zu haben, wolle man auch den Bauantrag und die Baugenehmigung dem Fördermittelantrag beifügen. Wenn alles optimal laufe rechnet Boddin damit, dass Ende 2019, Anfang 2020 der Schulanbau fertig sein könnte.

Einen multifunktionalen Neubau auf dem Schulgelände, der zugleich zusätzliche Räumlichkeiten für den Unterricht, ein Domizil für den Hort und Platz für die Essensversorgung der Grundschüler und Hortkinder bietet – diese Variante brachten Eltern der Schollschule bereits im Februar 2015 ins Gespräch (wir berichteten). Anlass war die Vorstellung von drei Varianten im Stadtentwicklungsausschuss, um u. a. die Situation bei der Essensversorgung in der Kita „Piccolino“ zu entschärfen. Derweil hatte auch die Grundschule selbst immer wieder deutlich gemacht, dass sie sprichwörtlich aus allen Nähten platze.

Im Rahmen der Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung zur nachhaltigen Entwicklung von Stadt und Umland (NESUR) tat sich nun eine Fördertür auf. Und die will, muss die Stadt nutzen für ein derart millionenschweres Vorhaben. Der Anbau an der Schollschule ist Perlebergs größtes Projekt neben der Umgestaltung der Beguinenwiese und der Erschließung des Wohngebietes Kasültenplatz im Stadt-Umland-Wettbewerb, betont der Bauamtsleiter.

Voraussetzung ist ein Konzept zum gemeinsamen Lernen. Ein solches soll mit dem Anbau umgesetzt werden.

Für 250 bis 270 Schüler einst ausgelegt, werden derzeit 340 Mädchen und Jungen an der Schollschule unterrichtet, darunter etliche mit Förderbedarf vor allem auch im emotional-sozialem Bereich. „Für sie sind wir mehr als nur eine Bildungsstätte, teilweise eben auch so etwas wie Familienersatz“, so Schulleiterin Gabriele Gohlke. Diesen Kindern genauso wie den anderen Schülern einschließlich jenen, die stets gefordert werden wollen, und den Flüchtlingskindern, die erst einmal die Sprache ihres neuen Zuhauses lernen müssen, gerecht zu werden, vor dieser Aufgabe steht jede Kollegin jeden Tag. Die räumliche Enge bei durchschnittlich 27 bis 28 Schülern in den oberen Klassen sei da alles andere als förderlich. Fachräume gebe es schon keine mehr an der Schule, sie wurden, wie auch das einstige Lehrerzimmer, zu Klassenräumen. Und doch hat nicht jede Klasse einen eigenen Raum. Gebraucht werden große, teilbare Räume, um auf die Kinder individuell eingehen zu können, um alle dort abzuholen, wo sie stehen. Die Betonung liege auf alle.

Und genau das wolle man mit dem Anbau im hinteren Bereich mit Fahrstuhl und somit direktem barrierefreien Anschluss an das eigentliche Schulgebäude erreichen, unterstreicht der Bauamtsleiter. Um Schulhof und Turnhalle gleich mit auf Vordermann zu bringen, reiche aber das Geld nicht, da es für dererlei Bedarfe keine Fördermittel gebe. „Wir behalten aber beides fest im Blick“, versichert Boddin.

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