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Der Prignitzer

21. November 2017 | 04:02 Uhr

Schöpfwerk erhält Powerpumpen

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2013 | 05:54 Uhr

Wittenberge | Mitte nächsten Jahres soll das Schöpfwerk, das die Karthaneniederung gegen die Elbe abriegelt, vollständig modernisiert sein. Seit 2009 wird die Hochwasserschutzanlage, die zu den bedeutensten im Land Brandenburg gehört, umgebaut, muss aber parallel dazu in Betrieb sein. Über 14 Millionen Euro fließen in das bei Garsedow gelegene Bauwerk, allein gut 12 Millionen davon stellt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) zur Verfügung. Auch während der Juni-Flut hat das Schöpfwerk, obwohl es eine Baustelle ist, "seine Aufgabe vollständig erfüllt und die Karthaneniederung geschützt", betont in Auswertung der schwierigen Hochwassertage das Potsdamer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Um den Hochwasserschutzes die Bauzeit über zu gewährleisten, seien zwei Havariepumpen installiert worden. Sie sorgen über zwei extra dafür verlegte Rohre für den Abfluss des Karthanewassers Richtung Elbe.

Bevor das Schöpfwerk bei Garsedow 1980 in Betrieb ging, verwandelte sich die rund 6500 Hektar große Niederung Richtung Hinzdorf und Klein Lüben bei Hochwasser regelmäßig in einen mehr oder minder großen See. Die auf Hügeln errichteten Gehöfte waren darin die Inseln, die häufig nur noch per Boot zu erreichen waren. Das Schöpfwerk brachte Sicherheit für Mensch und Tier. Bei Hochwasser riegelt das Schöpfwerk nicht allein die Niederung gegen die Elbe ab. Das von der Karthane zufließende Eigenwasser wird mittels der Pumpen in den sogenannten Karthanesee und damit in die Elbe übergeleitet.

Die zwölf alten, oberirdisch angeordneten Pumpen konnten maximal 16,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fördern. Das entspricht einer Menge von gut 97 000 Wassereimern a zehn Liter in der Minute. Diese Pumpen werden jetzt durch vier moderne Tauchmotorpumpen ersetzt. Sie kommen auf rund 18,2 Kubikmeter pro Sekunde Förderleistung.

Bereits 1992 hatten Fachleute bei einer umfassenden Inspektion festgestellt, dass der Beton am Schöpfwerk erhebliche Schäden aufwies. "Die tatsächliche Betongüte entspricht nicht der projektierten", hieß es damals, wie der "Prignitzer" berichtete, aus dem Landesumweltamt. Diese erheblichen Schäden im Tiefbauteil und das neue Bemessungshochwasser machen den kompletten Austausch der Pumpen- und Elektrotechnik erforderlich, bekräftige jetzt der Pressesprecher des Landwirtschaftsministeriums. Im Detail bedeutet dies, "vor allem die grundhafte Erneuerung des Betons, den kompletten Austausch der Pumpen-, Elektro- und Steuerungstechnik, die Errichtung einer Wellenschutzwand sowie die Sanierung des Hochbauteils". "Zudem wurde ein Pass eingebaut, der das Aufsteigen von Fischen aus der Elbe in die Karthane ermöglichen soll."

Auch bei Hochwasser Aufgabe erfüllt

Jeden Monat stellt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das vom Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird. Das ELER-Projekt des Monats Juli ist das Schöpfwerk an der Karthane. Es hat bei den Elbhochwasser 2013 und 2011 trotz baulicher Maßnahmen seine Aufgabe vollständig erfüllt und die Niederung sicher geschützt, so das Ministerium.

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