Schönfelder fordern beidseitig 70 km/h

<strong>Die Schönfelder</strong> halten diese Auffahrt auf die B 5 für äußerst gefährlich, da die Fahrzeuge aus Richtung Premslin mit bis zu 100 km/h angefahren kommen.  <foto>Doris Ritzka</foto>
Die Schönfelder halten diese Auffahrt auf die B 5 für äußerst gefährlich, da die Fahrzeuge aus Richtung Premslin mit bis zu 100 km/h angefahren kommen. Doris Ritzka

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23. Januar 2013, 09:50 Uhr

Schönfeld | Binnen weniger Tage starben im August vergangenen Jahres im Bereich des Blitzers auf der B 5, Höhe Abzweig Schönfeld, zwei Menschen bei Verkehrsunfällen, weitere wurden schwer verletzt. Anfang November wurde aus Perleberg kommend für den Bereich Überholverbot angeordnet. Sichtbares Zeichen: eine durchgehende Sperrlinie.

Doch das reicht nicht, sagen die Dorfbewohner, haben 42 Unterschriften gesammelt und sich in der Schönfelder Initiative B 5 zusammengetan. Sie fordern eine beidseitige Geschwindigkeitsbeschränkung und ebenso ein beidseitiges Überholverbot am Abzweig. Derzeit gilt das Überholverbot eben nur vor dem Abzweig in Richtung Premslin. Hier dürfen auch nur 70 km/h gefahren werden. Der stationäre Blitzer soll die Einhaltung überwachen.

Auf der Gegenseite sind 100 km/h erlaubt und ein Überholverbot am Abzweig - leider Fehlanzeige, so die Schönfelder. Mit ihren Befindlichkeiten und Argumenten wandten sich die Dorfbewohner an die untere Verkehrsbehörde des Landkreises. Seitens dieser gab es nun eine abschließende Antwort die da lautet: … aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde bestehen keine Gründe, weitere verkehrsrechtliche Anordnungen für besagten Abschnitt zu erlassen.

Kopfschütteln und Unverständnis bei den Schönfeldern. Sie würden es begrüßen, wenn sich die Kreisunfallkommission vor Ort mit ihnen zu der Thematik unterhalte, man dieses Gremium so auch öffentlich wahrnimmt", fügt Gisela Nohr von der Initiative an. Während man früher zumindest auf der Internetseite des Landkreises die Arbeit besagter Kommission verfolgen konnte, sucht man heute vergebens danach, berichtet Gisela Nohr.

Für die Schönfelder bleibt die Frage: Warum 70 km/h auf der Seite, wo ein abbiegendes Fahrzeug von vornherein den nachfolgenden Verkehr praktisch ausbremst? Auf der anderen Seite sind 100 km/h erlaubt.

Die Richtlinie zum Ausbau von Straßenknotenpunkten besagt, dass bei einem Verkehrsaufkommen von mehr als 50 Fahrzeugen in der Stunde eine Abbiegespur vorgehalten werden sollte oder eben andere Sicherungsmaßnahmen. "Allein gefühlt passieren hier weitaus mehr Fahrzeuge diesen Abschnitt in einer Stunde", ergänzt Gisela Nohr. Gewiss, eine Richtlinie sei kein Gebot, doch angesichts des Gefahrenpotenzials sollte man eine beidseitige Geschwindigkeitsreduzierung und eine beidseitige Sperrlinie in Betracht ziehen, so die Argumentation der Schönfelder.

Der "Prignitzer" fragte nochmals nach bei Jürgen Nüsse, Sachbereichsleiter Straßenverkehr beim Landkreis und Leiter der Kreisunfallkommission. Er machte deutlich, dass es sich hier nicht um eine Kreuzung handle, sondern um eine Einmündung. Der Verkehrsteilnehmer, der aus Richtung Schönfeld auf die B 5 auffahren will, werde durch den die Straße querenden Radweg bereits zum Anhalten bzw. vorsichtigen Heranfahren gezwungen. "Als Kreisunfallkommission setzen wir uns sehr intensiv mit jedem Unfall auseinander. Doch der von den Schönfeldern angesprochene Bereich ist keine Unfallhäufigkeitsstelle, dies bestätigt auch die Polizei", erläutert Jürgen Nüsse. Wenn ein Fahrer trotz Gegenverkehr überhole, da nütze kein Verbotszeichen, das sei ausschließlich menschliches Fehlverhalten. Der Straßenbereich vor dem Abzweig Schönfeld aus Richtung Premslin sei überschaubar und auch entsprechend befahrbar, sprich es gibt keine Unebenheiten oder dergleichen Beeinträchtigung, die eine Herabsetzung der Geschwindigkeit rechtfertigen.

Notwendig oder nicht - jede Entscheidung sei stets auch eine Gratwanderung und stoße daher auch auf geteilte Meinungen. "Das verstehe ich durchaus. Doch Straßen sind nun mal dem Verkehr gewidmet." Der Sachgebietsleiter betonte in diesem Zusammenhang, dass man aber auch künftig immer ein Auge auf diesen Bereich haben werde.

"Wir registrieren sehr wohl auch die Entwicklungen und bewerten auch die Argumente, die an uns herangetragen werden. Alles wird abgewogen, bevor wir eine Entscheidung treffen, die wir dann auch zu verantworten haben." Insofern sei nichts in Stein gemeißelt, "sind wir auch dankbar für jeden Hinweis". Das bedeute aber nicht, dass jeder Einwand dann auch automatisch umgesetzt werde. Da müssen viele Faktoren beleuchtet werden.

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