Stadtentwicklung in Wittenberge : Schöner wohnen an der Elbe

<p>Für das Areal rund um das Kulturhaus gibt es in Sachen Stadtentwicklung einige Ideen.</p>

Für das Areal rund um das Kulturhaus gibt es in Sachen Stadtentwicklung einige Ideen.

Das Stadtentwicklungskonzept 2030 liegt im Entwurf vor / Nachdenken über großen Platz am Kulturhaus

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31. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Die Idee von einem großen Platz in der Bahnstraße, der dort eine Art Zentrum bildet, ist nicht neu, spielte aber über 20 Jahre lang keine Rolle in Planungen und Überlegungen. Und nun ist diese Idee von 1995 plötzlich wieder im Gespräch, und zwar im Entwurf zum neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK), das bis 2030 ausgelegt ist.

In der Stadtmitte besteht Handlungsbedarf, so brachte es die stellvertretende Bauamtsleiterin, Petra Lüdtke, bei der Vorstellung des INSEK-Entwurfs in einer Bürgerversammlung auf den Punkt. Allerdings gehört das Stadtzentrum (bisher) nicht zur Stadtumbaukulisse, Fördermittel aus diesem Topf stehen aktuell also nicht zur Verfügung.

Umbauschwerpunkte im Zentrum sehen Stadtplaner und die örtliche Politik beispielsweise am Stern, in der nördlichen Bahnstraße und eben auch am Kulturhaus. Die Gedankenspiele dort gehen soweit, zumindest jenes Plattenbauhaus in Frage zu stellen, das im rechten Winkel zum Kulturhaus den Paul-Lincke-Platz einfasst.

Würde dieses Haus, das wie ein Riegel vor dem Marktplatz steht, fallen, wäre dieser aus seiner Hinterhofsituation befreit. Es entstünde ein großer Platz mit ganz anderen Gestaltungsmöglichkeiten, sagen die Fachleute. Wie es vielleicht sein könnte, zeigt der Entwurf von 1995.


Abrisswelle auch rund um den Külz-Berg


Diese vagen Überlegungen zum Teilrückbau von Neubauten in der Bahnstraße sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Wittenberge weiter schrumpfen wird. Der INSEK-Entwurf geht von rund 16 000 Menschen aus, die 2030 noch in der Stadt leben werden. Bei einer angenommenen Haushaltsgröße von durchschnittlich 1,8 Personen werden dann nur noch (rechnerisch gesehen) 8890 Wohnungen benötigt. Zehn Prozent Reserve mit eingerechnet, gibt es in 14 Jahren rund 2300 Wohnungen in Wittenberge, für die keine Mieter mehr existieren. Dass das Allende-Viertel mit seinen Neubauten weitgehend verschwinden wird, haben Stadtverwaltung und Stadtpolitik mehrfach als strategisches Ziel bekräftigt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, knapp 1000 Wohnungen werden dort mit großer Wahrscheinlichkeit bis 2030 abgerissen.

Eine große Abrisswelle kann laut INSEK-Entwurf aber auch auf das Gebiet rund um den Külz-Berg zu kommen. Nach 2025 avisiert der Konzeptentwurf dort einen Abbruchbedarf von rund 1100 Wohnungen.

Mit dem neuen Stadtentwicklungskonzept führen Verwaltung und Politik den bereits in den zurückliegenden Jahren begonnenen Orientierungsprozess der Stadt Richtung Elbe fort: Das bedeute, die Erlebbarkeit der Elbe im Stadtgebiet zu erhöhen und zweitens die Verknüpfung mit der Innenstadt zu verbessern, formuliert der INSEK-Entwurf. Konkret bedeutet das die Wandlung des Packhof-Viertels zu einer Art Gartenstadt mit kleinen Häusern und Grün ringsherum. Und da der Name dann auch nicht mehr passend ist, wird aus dem Packhof- das Speicher-Viertel. In diesem Viertel können in unmittelbarer Wassernähe Stadtvillen entstehen. Aus den Abrissflächen am Packhof sind Baugrundstücke geworden, die Platz für eine Reihe von Ein-Familien-Häusern bieten. Parallel dazu sieht das Konzept den weiteren Ausbau der im Speicher-Viertel entstandenen Freizeit-Infrastruktur vor.

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