Schön, schöner, Schönfeld

Die Premsliner Abordnung schenkte  im Umzug Wein aus.
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Die Premsliner Abordnung schenkte im Umzug Wein aus.

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16. September 2012, 08:48 Uhr

Schönfeld | Würde man die 700-Jahrfeiern, die dieses Jahr rund um Perleberg in den Ortsteilen der Kreisstadt stattfanden, gegeneinander aufwiegen, dann wäre die Veranstaltung in Schönfeld am Wochenende wohl eher ein Schwergewicht. Schon Freitagabend wurden die Plätze in Beckers Saal und dem direkt davor aufgestellten Festzelt knapp, als Gisela Nohr und Gisela Becker Passagen aus der Ortschronik zitierten.

An den Rand seiner Kapazitäten geriet das kleine Dorf am Sonnabend beim Festumzug, später dann auch zur Kaffeetafel, die Mitarbeiter und Schützlinge der Awo Prignitz mit einem witzigen Kulturprogramm begleiteten. Kurze Verschnaufpause dann vor der Tombolaauslosung und dem sich anschließenden Abendprogramm.

Der Verein "Pro Schönfeld" unter Leitung von Udo Becker sowie Ortsvorsteherin Angela Schulz und alle Helfer, die die Jubiläumsfeierlichkeiten unterstützten, waren gestern sichtlich erleichtert. Alles geschafft - und wie. Für Reinhard Kosan, ein ehemaliger Schönfelder, der mit seiner Frau aus der Uckermark anreiste, war diese Festivität ein Höhepunkt, "wenn ich sie im Vergleich zu anderen, ähnlichen Veranstaltungen betrachte, die ich in letzter Zeit erlebt habe." Er traf hier u. a. seinen früheren Klassenkameraden Günter Dahse. Der Wittenberger lebte bis 1959 in Schönfeld, ging hier sowie ab der 5. Klasse in Premslin/Glövzin zur Schule. Und er hat immer noch seinen alten Personalausweis - nicht ohne Grund: "Da steht Schönfeld als Geburtsort drin", erzählt er stolz und freut sich darüber, was die Schönfelder zur 700-Jahrfeier so alles auf die Beine gestellt haben.

Dazu gehörte zweifelsfrei das Kulturprogramm unter Leitung von Elvira Grescho. Bewohner aus dem Awo-Betreuungsverbund Pritzwalk sowie Mitarbeiter des Awo-Kleinstheimes für psychisch kranke Menschen in Pritz walk boten Kurzweil mit gekonnten Double-Einlagen. Das Besondere: Einen Teil des Programms gestalteten psychisch kranke Menschen mit. Elvira Grescho lebt seit dem Jahr 2000 in Schönfeld, leitet die heilpädagogische Wohnstätte der Awo in Perleberg und das Kleinstheim. Die gebürtige Potsdamerin wohnte und arbeitete lange in Schwerin und kam dann über die Zwischenstation Heiligengrabe nach Schönfeld, fühlt sich wohl hier.

Wohlfühlen war auch das Stichwort für die Herausgabe eines eigenen Schönfelder Koch- und Backbuches. Dorit Jost recherchierte monatelang für das Werk, das sich als echter Verkaufsschlager erweisen sollte, nicht nur, weil es gelang, ein verschollen geglaubtes Himbeerkuchenrezept zu Tage zu fördern. "Seitdem wir hier unser Eierlikörrezept veröffentlicht haben, kauft keiner mehr welchen", sagt Dorit Jost. Ihr hätten die Vorarbeiten unheimlich viel Freude bereitet. Genau das merkten Besucher dem gesamten Jubiläum an.

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