Lehrstellen in der Prignitz : „Schnuppertag“ für 120 Lehrstellen

famuilie koehn

IHK-Regionalcenter Prignitz organisierte das erste Azubi-Speed-Dating für die Prignitz. 120 Lehrstellen im Angebot

svz.de von
17. März 2014, 08:00 Uhr

Spannung vor dem ersten Gong: Werden überhaupt Azubis in spe kommen? Und wenn, wie viele werden es sein? An diesem Vormittag sitzen im „Deutschen Kaiser“ in Perleberg die Vertreter von 23 kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Prignitz, von Handel und Gastronomie. Insgesamt haben sie 120 Ausbildungsplätze im Angebot. Die Firmen wollen hier heute junge Leute treffen, die eine Ausbildung suchen. Azubi-Speed-Dating nennt die Industrie- und Handelskammer die dreistündige Veranstaltung, die nichts mit Flirten und Liebe auf den ersten Blick zu tun hat, wohl aber mit einem ersten Kennenlernen, aus dem dann wirklich eine längere Liaison werden kann, nämlich in Form eines Ausbildungsvertrages. Marion Talkowski vom Regionalcenter Prignitz der Potsdamer IHK sagt, der Kammerbezirk organisiert seit drei Jahren Azubi-Speed-Datings. Hier in der Prignitz war es das erste Mal.

Für Sören Berthel aus Bernheide kommt das Angebot gerade zur rechten Zeit, wie er sagt. Er macht jetzt sein Abitur, orientiert sich, wie es danach weitergehen soll.

Auch Michael Million sucht einen Ausbildungsplatz. Er nimmt am Tisch der Glatfelter Falkenhagen GmbH Platz. Ausbildungskoordinator Thomas Schulz stellt das Unternehmen kurz vor, fragt nach, ob sich Michael für Technik interessiert, schließlich liebäugelt der junge Mann mit einem Ausbildungsplatz in diesem Bereich. Die Rede kommt auf ein Praktikum. Der „Prignitzer“ zieht sich an dieser Stelle diskret zurück.

Auch in der Gastronomie sind noch Ausbildungsplätze frei. Dietmar Dahse vom gleichnamigen Gasthaus und vom „Kuhstall“ Glövzin muss lange warten, bis sich bei ihm überhaupt ein junger Mann vorstellt. „Ich suche selbstbewusste junge Leute für Küche und Service. Die Zensuren sind nicht so wichtig. Die Azubis müssen wollen und sie müssen, das ist in unserem Beruf ganz wichtig, Menschen mögen“, sagt Dahse. Ist er enttäuscht über die Resonanz? „Eigentlich nicht. Sie spiegelt nur das wieder, was wir insgesamt in Sachen Ausbildung erleben. Es wird immer schwieriger, geeignete Bewerber zu finden“, sagt der Gastronom, der in seinem Betrieb seit 1994 ausbildet.

Zwei Kaufmänner bzw. -frauen für Büromanagement sucht die DaTess aus Pritzwalk. Im Wesentlichen geht es in der Firma um die Abrechnung von Leistungen in der Altenpflege. Ausbilderin Roswitha Vorpahl und Marion Korm finden so ein Azubi-Speed-Dating grundsätzlich gut, wie sie sagen. Ob es sich für ihr Unternehmen gelohnt hat, wird sich noch zeigen. „Vielleicht wird der junge Mann, der gerade hier war, ja für uns zum Glücksgriff“, sagen die DaTess-Mitarbeiterinnen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen