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Verkehrskonzept in der Diskussion : Schnelle Züge in der Prignitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

CDU stellt Konzept für künftigen Bahnverkehr vor

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Schneller nach Berlin, diesem Motto folgt die Entwicklungsstrategie der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion und ihrer Berliner Kollegen für den Schienenverkehr in der Mark. Dabei würde auch die Prignitz rascher mit der Hauptstadt und Potsdam verbunden, Ziele in Nachbarkreisen besser erreichbar werden. Das vom Verkehrsexperten der CDU-Fraktion, Rainer Genilke, am Dienstagabend in der „Alten Ölmühle“ vorgestellte Konzept bildet eine Alternative zum Landesverkehrskonzept der Regierung und soll bis 2030 umgesetzt werden.

Dabei ändert sich beim RE 2 für Wittenberge, Bad Wilsnack und Glöwen wenig, die Fahrgäste würden in der bisherigen Zeit und Taktung Berlin erreichen. Der Zug würde aber im Berliner Zentrum enden. Ein Vorteil wäre es für Wittenberger, wenn der IC Berlin-Hamburg bis Berlin mit dem VBB-Ticket ohne Zuschlag nutzbar wäre. Dies sei möglich, betonte Genilke und verwies auf die Regelung für die Verbindung Cottbus-Potsdam. Er will sich für die Einführung Nachtzug am Wochenende von Berlin nach Wittenberge einsetzen.

Eine Beschleunigung soll der Prignitz-Express erfahren, um schneller und direkter die Hauptstadt zu erreichen. Dazu muss die Hennigsdorfer Kurve gebaut werden, um den bisherigen zeitraubenden Umweg über diese Stadt zu vermeiden. Von Perleberg könnte sich die Fahrzeit nach Berlin um 13 Minuten verkürzen.

Das Konzept sieht auch rasche Verbindungen von den Berliner Stationen der Regionalzüge zum BER/Flugplatz Schönefeld vor. Zudem soll von Nauen eine Schnellverbindung nach Potsdam entstehen.

Genilke plädierte für die Nutzung moderner Zugtechnik, um Züge ohne Aufwand einfach teilen und zusammenfügen zu können. Diese Technik würde sich gut eignen für die Strecke Neustadt/-Dosse-Kyritz-Pritzwalk-Meyenburg.

Bei Umsetzung des Konzeptes wäre Berlin von Wittenberge/Perleberg wie von fast allen Mittelzentren der Peripherie in 90 Minuten erreichbar, so der Landtagsabgeordnete. Eine Ausnahme würde Pritzwalk bleiben.

Nicht Teil des Konzeptes aber wünschenswert seien die Aufwertung und Umnutzung der Bahnhöfe sowie deren Ausstattung mit mehr Fahrradabstellplätzen und Fahrradboxen. Sinnvoll währe die Ausstattung der Züge mit Internetanschlüssen oder WLan, das wolle sich die Bahn derzeit aber bezahlen lassen.

Um das Konzept umzusetzen, müsste das Land die gesamten jährlich 480 Millionen Euro des Bundes für den Schienenverkehr einsetzen, derzeit werden rund 20 Prozent für andere Aufgaben wie den Schülerverkehr eingesetzt. Zudem müsste die Ausschreibung der Verkehrsleistung für die Zeit ab 2022 verschoben werden, um für das Konzept geeignete Bahntechnik ordern zu können.

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