Oldtimer Treffen : Schmuckstück vor Rost gerettet

Ein Blickfang auf dem Treffen: der Wolga Gaz 21 von Rüdiger Thiess. Fotos: Hanno taufenbach (2)
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Ein Blickfang auf dem Treffen: der Wolga Gaz 21 von Rüdiger Thiess.

Rüdiger Thiess restauriert in mühseliger Kleinarbeit einen Wolga Gaz. IFA-Treffen hat sich in der Szene etabliert

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26. September 2017, 12:00 Uhr

Oft war der auf Hochglanz polierte Wolga Gaz 21 noch nicht zu sehen und so war es kein Wunder, dass der Oldtimer auf dem IFA-Treffen in Perleberg am Sonnabend viele Blicke anzog. Erst im Sommer des vergangenen Jahres hatte Rüdiger Thiess den Wolga so weit aufbereitet, dass er fahrtüchtig und vorzeigbar wurde. Ein Schicksal, das für den Wagen nicht absehbar war.

Baujahr 1960, zweite Bauserie im russischen Nischni Nowgorod, ehemals Gorki. „Die dritte Serie hatte eine gerade Stoßstange und der markante Hirsch auf der Motorhaube wurde verboten. Die Verletzungsgefahr für Fußgänger und Radfahrer hatte sich als zu hoch erwiesen“, erklärt Rüdiger Thiess, der Teile des Fahrzeugs 2008 auf Ebay entdeckt hatte.

„Ich war total verwundert, denn die markanten Chromteile konnten nur zu dem Auto meines Freundes gehören.“ Er rief sofort an und fand seine Vermutung bestätigt. Aus persönlichen Gründen musste dieser verkaufen, der Perleberger Thiess ergriff die Chance.

Heil war an dem Wagen fast nichts mehr: „Der Motor lief gerade so, überall tropften Flüssigkeiten aus Leitungen und Behältern.“ Der Tank verrostet und nicht mehr zu reparieren, Vergaser, Kühler, Lichtmaschine unbrauchbar.

Rüdiger Thiess besorgte ein Originalteil nach dem anderen, erneuerte den Kabelbaum und jede einzelne Strippe in der Originalfarbe. Das kostete Zeit und Geld. Aber heute sagt Rüdiger Thiess stolz, dass mit Ausnahme der vom TÜV geforderten elektronischen Warnblinkanlage und der eingebauten elektronischen Zündung alles originalgetreu repariert wurde.

Vor der ersten Bewährungsprobe in diesem Jahr hatte er dennoch Respekt. Dresden war das Ziel, dort fand ein Dienst- und Regierungsfahrzeugtreffen statt. Abgesehen von kleinen Problemen habe der Wagen aber gut durchgehalten, sagt der Elektronikfacharbeiter stolz.

Neben dem Wolga gab es zahlreiche andere IFA-Fahrzeuge zu sehen. Veranstalter Nick Schröder freute sich besonders über den großen Teilemarkt und war mit der Zahl von annähernd 250 Ausstellern sehr zufrieden. „So viele wie in diesem Jahr hatten wir noch nie“, sagt er.

Aus Spaß an der Freude und aus Verbundenheit zu dieser Ost-Technik organisiere er mit seinen Mitstreitern das Treffen. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr sei fest geplant, in der Szene seien die Perleberger mittlerweile etabliert. „Auch weil wir mit unserem Traktortreffen im Frühjahr den Saisonstart in der Region machen“, so Nick Schröder.

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